Blackfield – V (2017)

 

Blackfield – V
Label: Kscope, 2017
Format: Doppelvinyl im Gatefold
Links: Discogs, Band
Genre: Art-Pop

Es beginnt ja eigentlich ganz gut, denn nach dem instrumentalen Intro „A Drop In The Ocean“ rockt „Family Man“ gleich sehr gut los. Die elektronischen Gitarren dürfen ihre Riffe in den verhallten Raum werfen, der Gesang von Steven Wilson ist wunderbar melancholisch. Und im Refrain erhält man diese Öffnung des Klangs, die bei Aviv Geffen immer funktioniert. Blackfield scheinen mit ihrem fünften und mit „V“ logisch benannten Album wieder zu alten Stärken zurückzukehren. Auch der darauf folgende Track „How Was Your Ride“ überzeugt mit seiner schnulzigen Anziehung und der Klaviermelodie. Leider aber zerfällt danach alles ein wenig.

Blackfield war schon immer eine spezielle Band, handelt es sich doch um die Kollaboration des israelischen Popstars Aviv Geffen und dem neuen Prog-Gott Steven Wilson aus England. Zusammen stehen sie seit 2001 aber nicht für komplexe und schwere Musik, sondern emotionellen und oft tieftraurigen Art-Pop. Und mit den ersten beiden Alben gelangen ihnen auch Grosswerke für die Ewigkeit, was mit „Welcome To My DNA“ und „IV“ leider nicht mehr eingelöst werden konnte. „V“ kämpft nun erneut mit der fehlenden Relevanz, man vermisst besonders ab der Hälfte die Genialität und den Reiz der Songs. Stücke wie „Lonely Soul“ weisen interessante Einfälle auf, können aber trotz kurzen Laufzeiten nie wirklich packen.

Der bekannte Kniff, Solostücke von Aviv Geffen in neuem Gewand noch einmal zu präsentieren wird hier mit „October“ wieder aufgegriffen, aber auch diese Ballade von seinem ersten englischsprachigen Soloalbum rettet „V“ nicht. Dank der Produktion von Alan Parsons ist die Scheibe zwar auf den Punkt aufgenommen und klingt grossartig, das Songwriting ist aber zu soft und langweilig. Man findet sich somit im Dilemma wieder, dass man dieses Album ja so gerne lieben möchte – wie alles von Wilson – aber sich doch zu stark nervt oder langweilt. Mit der Hochphase von Blackfield scheint es endgültig vorbei zu sein.

Anspieltipps:
Family Man, October, From 44 To 48

Dieser Text erschien zuerst bei Artnoir.

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