Live: Dave Hause & The Mermaid, Dynamo Zürich, 17-03-08

Dave Hause & The Mermaid
Support: Dead Heavens, Robyn G. Shiels
Mittwoch 08. März 2017
Dynamo, Zürich

Stimmt, jetzt wo du es erwähnst kommt es mir auch wieder in den Sinn. Das letzt Mal als wir uns sahen war damals auf der Revival Tour im Abart mit Chuck Ragan und all seinen Freunden – lange ist es her. Seit dem sind nicht nur einige Jahre vergangen und der Club existiert nicht mehr, nein auch in deiner Band hat sich einiges gewandelt und die Welt ist nicht unbedingt ein besserer Platz geworden. Aber es gibt immer noch genügend Gründe und Momente für wunderbar ehrlichen Folk-Punk-Rock. Darum: Schön bist du wieder einmal in der Schweiz, Dave Hause.

Mit dem neuen Album „Bury Me In Philly“ im Gepäck und mit der Verstärkung von The Mermaid zeigte der Amerikaner, dass die emotionale und ehrliche Mischung aus Punk-Rock und Folk immer noch wunderbar schön anzuhören ist. Seit Beginn seiner Solokarriere beweist Dave Hause, dass man druckvolle Songs mit direkten Botschaften wunderbar handgemacht spielen kann. Egal ob er alleine mit akustischer Gitarre in der Mitte der Bühne steht oder sich von vier Musikerinnen und Musiker verstärken lässt – hier erhält man den Glauben an die Kraft der Musik zurück. Und sogar an die Menschheit, fühlte man sich hier verstanden und unterstützt.

Die Mischung aus neuen Liedern wie „Wild Love“ oder „Dirty F*cker“ mit alten Hits wie Zuschauerwunsch „Bricks“ oder Zugabe „C’mon Kid“ funktionierte prächtig und die Gitarren dröhnten. Da fiel es gar nicht weiter auf, dass einige Momente doch ziemlich platt und einfach gestrickt waren. Da versuchten sich die vorangegangenen Dead Heavens eher noch kann merkwürdigen Kompositionen und kaputten Liedern. Im Gegensatz zu den Streichern auf der Titanic spielte diese Truppe im freien Fall weiter, nachdem sie durch Eigenverschulden die Hängebrücke zu Einsturz brachten. Doch die hing eh nur noch an einem Faden, den man mit Grunge-Slacker-Alternative-Rock zersägte.

Robyn G. Shiels war also praktisch der einzige an diesem Abend, der sich mit irischem Charme und depressiven Gitarrenstücken etwas zurückhielt und die gezupften Melodien für sich sprechen liess. Doch genau dies war ein wunderbar umgarnender Einstieg in einen Abend voller kerniger Musik. Das Dreierpaket ergänzte sich und jeder Auftritt sorgte für gute Laune. Und genau so sollte ein Konzert an einem Mittwochabend auch aussehen.

Dieser Text erschien zuerst bei Artnoir.

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