Navarone – Oscillation (2017)

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Navarone – Oscillation
Label: Rodeostar, 2017
Format: CD im Digipak
Links: Facebook, Künstler
Genre: Rock

Rock ist wohl die Musikrichtung, die am meisten totgespielt und -gehört wurde – was kein Wunder ist, existiert das Genre doch schon einige Jahre länger als beispielsweise Techno. Trotzdem, selten ist ein Stil so vollgesogen mit Klischees und Facetten, die zu selten auch nur sanft abgewandelt werden. Da wirkt es schon wie eine Offenbarung, wenn der klassische und riffreiche Rock alle Höhepunkte seines ausgesteckten Gebietes auf wirklich interessante Weise neu kombiniert – „Oscillation“, das neue Album der holländischen Band Navarone, ist ein perfektes Beispiel dafür.

Sicherlich, wer die Scheibe anhört denkt sich: Ok, dieser Moment erinnert mich an Led Zeppelin, hier hat man sich von den Hippies belehren lassen und ah voilà, hier schaut die Neuzeit in die Instrumente rein. Der wahre Zauber geht aber vom Umstand aus, dass Navarone einfach ein Händchen dafür haben, all diese Zutaten und Zitate auf unterhaltsame Weise zu kombinieren. Schnell schüttelt man seine Haare zu „Lonely Nights“, tänzelt mit Blumen durch das Wohnzimmer und singt zu „Free Together“ mit, oder lauscht fasziniert der Orgel und den Streichern bei „Days Of Yore“. Denn die Lieder auf „Oscillation“ setzen nicht nur auf harte Gitarren und trockenes Schlagzeug, sondern verführen den Folk-Rock und die Band schichtet ihre Musik mit vielen Spuren.

Wer also gerne die Tugenden von gestern in moderner Form geniesst, der findet mit Navarone gute Vertreter. „Soon I’ll Be Home“ ist sogar schier ein Pop-Hit und Garant dafür, dass die Konzerte der Band nicht in Freak-Shows ausarten werden. Sänger Merijn van Haren lässt den Sexappeal bereits mit „Oscillation“ aus den Lautsprechern tropfen – mit diesem dritten Werk sind die Holländer endgültig bereit für die grosse Welt, breiten Bühnen und unendlichen Menschenmassen. Tolles Songwriting mit der Pommesgabel, so macht es Spass.

Anspieltipps:
Lonely Nights, Free Together, Days Of Yore

Dieser Text erschien zuerst bei Artnoir.

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