Bonobo – Migration (2017)

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Bonobo – Migration
Label: Ninja Tune, 2017
Format: Download
Links: Discogs, Künstler
Genre: Electronica, Downtempo

Die Synthies sind frisch poliert, das Schlagzeug entstaubt und die Gäste stehen bereit – und gleich beim ersten Lied ist das bekannte Bonobo-Gefühl bereits wieder da. Federleicht tanzen die Glockenklänge, warm erklingen die Beats, die Luft füllt sich mit organischen Klängen. Mit „Migration“ präsentiert uns DJ und Produzent Simon Green bereits das sechste Studioalbum unter der Bezeichnung Bonobo. Und weiterhin sind seine Tracks zwischen Electronica, Downtempo und Chill-Out am Herumtänzeln. Dem Talent des Künstlers ist es aber zu verdanken, dass niemals Wiederholungen aufkommen.

Denn wie schon bei seinen vorherigen Kunstwerken ist auch „Migration“ eine Platte, die ihre Kraft aus dem fantastischen und vielseitigen Songwriting schöpft. Wo andere Künstler im elektronischen Bereich zu oft auf billige Effekte und ausgelutschte Steigerungen setzen, heisst es bei Bonobo: Ruhe bewahren. Tracks wie „Outlier“ oder „No Reason“ lassen zwar eine Clubumgebung erahnen, holen die grösste Faszination aber genau aus dem Umstand, nie laut auszubrechen. Das Album bleibt somit immer spannend, schlüssig und zeigt Evolution anstelle einer erzwungenen Revolution. Die Lieder klingen natürlich, schon fast glaubt man, aus dem Digitalen seien neue Pflanzen und Wesen entstanden. Und dank der Gaststimmen werden die Lieder abwechslungsreich begleitet.

Sicherlich ist dies alles weder komplett neu noch eine wahnsinnige Steigerung gegenüber seinen vorherigen Alben. Doch bevor man jetzt laut seinen Unmut darüber kundtut, sollte man sich vielleicht vor Augen führen, dass auch Sonnenuntergänge, Spaziergänge im Wald oder das Faulenzen am See nie langweilig werden. Hier macht sich niemand zum Affen, hier gibt es pure musikalische Schönheit. Für alle, die gerne zu elektronischen Klängen schwelgen, ohne eine Hast zu verspüren – organisch, immer fliessend und entspannend.

Anspieltipps:
Outlier, Surface, No Reason

Dieser Text erschien zuerst bei Artnoir.

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