Live: Panda Lux, Fjord Baden, 17-02-24

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Panda Lux
Freitag 24. Februar 2017
Fjord / Nordportal, Baden

Knapp einen Monat ist es her, seit „Versailles“ das Licht der Plattenläden erblickte, und die Leute haben die darauf enthaltenen Songs schon verinnerlicht. Jedenfalls das Publikum, das am Freitagabend im Fjord auftauchte, um sich Panda Lux anzuhören. Die junge Gruppe aus St.Gallen besuchte den Aargau auf ihrer aktuellen Tournee und zeigte sich ungestüm und voller Energie. Besonders Frontmann Silvan Kuntz riss nicht nur seine Bandkollegen mit sprühender Freude und vielen zappeligen Bewegungen mit.

Panda Lux sind schon lange als Band unterwegs und dies spürte man sofort. Die Musiker beherrschen klangliche Wechsel perfekt und wirken als Einheit – das verzeiht sogar einige Ungenauigkeiten und Patzer. Doch ihre Musik lebt eben von genau diesem Wechsel zwischen erzählter Scheinwelt und gerne auch dreckiger Realität. Ihr Indie-Pop kann ohne Vorwarnung in einen tosenden Post-Rock ausbrechen wie bei „Jung 2“ oder mischt sich plötzlich mit Stilen wie Samba.

Was auf Platte schon funktioniert, wurde im Fjord gierig ausgelebt – auch knackige Stücke wie „Fallen lassen“ oder „Rollschuhe“ waren plötzlich ausufernd. Dank dem deutschen Gesang und den Anleihen an den Rap drifteten Panda Lux mehrere Male in die Richtung von Clueso oder Casper, liessen aber immer die Gitarren effektvoll im Vordergrund. Untermalt von Synthie-Spuren und erfrischenden Schlagzeugmustern war jedes Stück eine Entdeckung. Dazu gab es zwei brandneue Tracks zu hören, die mit ihrer Reduktion und elektrischen Drums das Klangbild noch einmal weiter trieben.

Mit langen Ansagen und Erzählungen zwischen den Liedern – sowie akrobatischen Einlagen während der Songs – wurden die Zuschauer gleich mit einbezogen. Der Auftritt verging wie im Flug und die Entfernung zwischen Baden und der Ostschweiz sank auf wenige Meter Fliessstrecke der Limmat. Ob darauf nun Likes oder die Liebe davontreiben, Panda Lux stehen am Ende als verschwitzte Sieger da. Schön, sich einfach so fallen zu lassen.

Dieser Text erschien zuerst bei Artnoir.

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