Twinesuns – The Empire Never Ended (2017)

twinesuns-the-empire-never-ended

Twinesuns – The Empire Never Ended
Label: Pelagic Records, 2017
Format: Download
Links: Facebook, Bandcamp
Genre: Drone, Ambient

Nur weil nicht alles vorhanden ist, muss bei weitem nicht etwas fehlen. Dies dachten sich auch Thor Ohe, C. und Rento Tornado Escpecial – zusammen bildet das Trio die Ursuppe namens Twinesuns und musiziert auf seinem zweiten Album „The Empire Never Ended“ gleich komplett ohne Schlagzeug. Und wenn sich deutsche Künstler eine Eigenart in den Kopf gesetzt haben, dann wird dies auch zu Ende geführt. In den Proberäumen entstanden somit Klangmassen zwischen Drone und Dark Ambient, tiefschwarz und umgarnt mit kilometerweise Kabel der Effektgeräte. Hoffentlich sind die Kutten von Sunn O))) genügend dick, denn hier brummt es mächtig.

„The Empire Never Ended“ beginnt extrem nahe an den bekannten Grössen des Drone und Doom, es herrschen die lauten Gitarrenrückkopplungen vor, welche auch Betonbunker ohne Probleme sprengen. Man spürt, wie der Dreck auf dem Boden durch die Schallwellen in Bewegung gerät und sieht die Musiker förmlich zwischen ihren Instrumenten sitzen und Experimente durchführen. Langsam schleppen sich die Lieder voran, geben spärlich ihr wahres Gesicht preis und fletschen die Zähne. Mit der Ankunft des Moog kommt der Musik die Humanität langsam abhanden und das Album verlässt die Bahnen des rein irdischen Produktes. „Pneuma“ ist die Musik einer vernichteten „Twin Peaks“-Episode, das Titelstück entführt in das Herz des ausserirdischen Mutterschiffs.

Was Twinesuns hier zusammengebraut haben, ist ein schwerer Trunk, der nicht immer gleich sanft den Hals hinabfliesst. Praktisch ohne Stimmen und oft in fast unmerklichen Änderungen wird der Hörer unter viel Feedback begraben. Die Herren arbeiten aber nach den Gegebenheiten des Genres, und Kenner finden sich schnell in tollen Brocken wie „Die Zeit ist da“ zurecht. Dank der elektronischen Erweiterungen lässt sich vieles im Sound entdecken und „The Empire Never Ended“ wird somit bestimmt tausend Jahre bestehen.

Anspieltipps:
Die Zeit ist da, Pneuma, The Empire Never Ended

Dieser Text erschien zuerst bei Artnoir.

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s