Dave Hause – Bury Me In Philly (2017)

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Dave Hause – Bury Me In Philly
Label: Rise Records, 2017
Format: Download
Links: FacebookKünstler
Genre: Folk-Rock, Punk

„With You“ nimmt dich gleich rein: Geschrammte Gitarrenakkorde im Hintergrund, der etwas kratzende und direkte Gesang von Dave Hause vor deinem Gesicht. Hier gibt es endlich wieder diese geliebte Abwandlung des Punk-Rock, mit der Künstler wie Chuck Ragan oder Frank Turner vor einigen Jahren grosse Erfolge feiern konnten. Hause selber spielt eigentlich bei der Gruppe The Loved Ones und wagte 2011 mit „Resolutions“ den Alleingang. Mit „Bury Me In Philly“ gibt es nun das dritte Werk in die heimische Barracke und der Musiker bleibt damit gross, ohne die eigentlich zu bekannte Formel zu verändern. Aber es gibt schliesslich immer einen „Dirty F*cker“, über den man singen muss.

Oder natürlich die grosse Liebe, die verpassten Chancen oder die leider gemachten Fehler. Dave Hause gibt sich nahe der Arbeiterschicht und lässt in seinen Texten Zweifel, Hoffnung und Kampf gleichmässig den Platz einnehmen. Wie bei vielen Künstlern in dieser Art des Folk-Rock hat man auch hier das Gefühl, Hause eigne sich perfekt für eine tolle Nacht im Pub – gewisse hitzige Diskussionen eingeschlossen. Doch spätestens bei einem Refrain des Kalibers „My Mistake“ liegt man sich singend in den Armen und geniesst die Wirkung, die der Rock auch in den Neunzigern hatte. Allgemein ist Dave Hause nie um die Popwirkung verlegen, weiss aber auch, dass man Sorgen immer noch mit Whiskey runterspülen kann.

„Bury Me In Philly“ wird nie so stark überraschen wie damals „The First Three Years“ oder Verwandte, doch das spielt auch keine Rolle. Was uns Dave Hause hier vorlegt, ist ein Rock-Werk mit viel Herz, der perfekten Menge an Dreck und Staub und dem wunderbar ansteckenden Stolz der Arbeiterschicht. Spätestens beim dritten Durchgang schliesst man Lieder wie „The Ride“ ins Herz und vergibt auch eher schwachen Stellen wie „Shaky Jesus“. Handgemacht und auch in unserem Alltag nicht falsch, ohne Welten zu verändern – sondern einfach nur gute Musik. Und darum auch Balsam für die Seele.

Anspieltipps:
My Mistake, Dirty F*cker, Wild Love

Dieser Text erschien zuerst bei Artnoir.

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2 Kommentare

  1. Danke für die schöne, zusammenfassende Rezension. Im Gegensatz zu „Resolutions“ und „Devour“ braucht „Bury Me In Philly“ noch etwas an Anlauf, um in mein Gehör hineinzugrooven. Aber nach Deiner Kritik werde ich mir die Scheibe wieder zu Herzen nehmen…

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