The Pretty Reckless – Who You Selling For (2016)

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The Pretty Reckless – Who You Selling For
Label: Razor & Tie, 2016
Format: Download
Links: Discogs, Band
Genre: Rock

Ja, dieser Satz wird wohl in jeder Rezension zum neuen Album von The Pretty Reckless stehen – aber ich komme einfach nicht darum herum: Taylor Momsen und ihre Band sind erwachsen geworden. Wurde die Gruppe bisher doch immer ein wenig belächelt und Momsen überzeugte vor allem mit ihrem Aussehen und den knappen Kleidern bei den Auftritten, darf man sich nun auch an dem Rock erfreuen. Das Cover gibt den erdenen Ton an, die Musik und Produktion folgen. Gerade dank Kato Khandwala an den Reglern wurden viele Songs stärker und selbstbewusster – das tut dem Album sehr gut.

Mit „Who You Selling For“ mischen The Pretty Reckless ihre Rock-Musik mit Blues, Hard-Rock und sogar einzelnen Einsprengsel des Soul und Punk. Dabei ist die Retro-Attitüde immer im Vordergrund, das Album wirkt dreckig und macht Laune. Frontfrau Taylor Momsen klingt bei Gesang oft nicht nur viel älter als 23, sie legt ihre Melodienführungen auch klar an die grossen Vorbildern wie Broody Dale heran. Sicherlich gelingt das Vorhaben nicht immer gleich gut, nicht jeder Track ist so eingängig wie „Take Me Down“, nicht alles wirkt so gross wie „Back To The River“ – man erhält aber handgemachte und in Amerika verwurzelte Musik. Mit „Bedroom Window“ schaut sogar der akustisch sinnierende Geist vorbei und das Album endet im Groovemonster „Mad Love“.

Mit „Who You Selling For“ stellen The Pretty Reckless somit klar, dass es sich hier um eine echte Band handelt und nicht irgend ein Marketing- oder Reissbrettdingens. Klar, Gruppen wie Blues Pills oder Black Mountain verwalten das Erbe der grossen Rock-Legenden einiges innovativer, aber auch Taylor und ihre Mannen haben vieles aus dem Songwriting-Lehrbuch gelungen übernommen. Das dritte Album ist somit eindeutig die bisherige Krönung, man darf gespannt auf neue Konzerte und Veröffentlichungen hoffen.

Anspieltipps:
Take Me Down, Back To The River, Mad Love

Dieser Text erschien zuerst bei Artnoir.

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