Kate Bush – Before The Dawn (2016)

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Kate Bush – Before The Dawn
Label: Fish People, 2016
Format: Download
Links: Discogs, Künstlerin
Genre: Art-Rock, Pop

Wenn eine Künstlerin nach 35 Jahren Bühnenabsenz für eine 22 Konzerte lange Residenz in das Hammersmith Apollo in London zurückkehrt, dann kann dies nicht normal ausfallen. So waren die fulminanten, viel zu schnell ausverkauften und bis heute etwas mysteriösen Auftritte von Kate Bush im Jahre 2014 auch das Gegenteil: Theater, Musical, Kunst- und Wunderwerk. Dank der wunderschönen Veröffentlichung „Before The Dawn“ erhalten nun alle ein Ticket für den Eintritt in diese Traumwelten. Eine der grössten Überraschungen ist aber, dass man die Aufnahme ohne visuelle Begleitung erhält. Kann das Konzert auch ohne das Schauspiel funktionieren?

„Before The Dawn“ eröffnet den Abend mit einem Topf voller Hits, der erste Akt gehört ganz klar den bekannten Liedern Kate Bushs wie „Hounds Of Love“ oder „Running Up That Hill“. Dabei wirkt es nie, dass diese fantastischen Kompositionen zu früh dargeboten werden – viel mehr versinkt man sofort in dem wahrlich grossartigen Spiel der Musiker und Kates mitreissender und perfekter Stimme. Und obwohl die Stücke von diversen Nächten zusammengetragen wurden und das Publikum oft nur schwach zu vernehmen ist, wirkt alles fliessend und emotional. Wirklich spannend wird es aber ab dem zweiten Akt, wenn die Band die komplette „The Ninth Wave“ Suite, sowie das gesamte „A Sky Of Honey“ zelebriert. Art-Rock trifft auf perfekten Pop und E-Musik, vermischt mit Theatralik.

Gerade hier fällt zwar auf, dass man gewisse Szenen oder Dialoge ohne die Schauspieler und Bühnenbilder nicht versteht – aber magisch bleibt „Before The Dawn“ sogar in solchen Missgriffen. Und wenn man plötzlich vor Glück eine Träne über „Hello Earth“, „Aerial“ oder das von Kate Bushs Sohn dargebotene „Tawny Moon“ vergiesst, dann wünscht man sich nichts sehnlicher, als die grosse Dame des intelligenten Kunst-Pop selber einmal auf einer Bühne zu sehen. Dieses Livealbum ist somit ein Muss und gehört in jede gut sortierte Sammlung. Und wie auch andere Künstler wird Kate Bush in ihrer langsamen Kreativität scheinbar mit jedem Jahr noch besser.

Anspieltipps:
Hounds Of Love, King Of The Mountain, Hello Earth, Aerial

Dieser Text erschien zuerst bei Artnoir.

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