Live: Spencer, Oxil Zofingen, 17-01-21

Spencer_Oxil_MBohli

Spencer
Support: Matto Rules
Samstag 21. Januar 2017
Oxil, Zofingen

Jeder einer kennt die Geschichten von Musikern, welche die Rockstar-Essenz von Beginn an in sich trugen. Egal ob als unbekannte Band vor zehn Nasen oder als alte Götter in riesigen Stadien – sie wussten die Leute immer gleich mitzureissen. Und genau dies lässt sich immer noch beobachten – bestes Beispiel ist die alternative Rock-Gruppe Spencer aus Baden. Obwohl ihre Musik immer noch vor eher kleinerem Publikum erschallt, strampelt sich Leo Niessner grundsympathisch und voller Charisma ab. Somit fielen die Lücken zwischen den Leuten im Oxil plötzlich nicht mehr auf.

Spencer, welche letztes Jahr mit ihrem neuen Album „We Built This Mountain Just To See The Sunrise“ New Wave und Indie mit viel Gitarre zusammenbrachten, zeigten beim Gastspiel in Zofingen, dass die beste Musik teilweise doch aus der Heimat stammt. Seit 2002 ist die Band unterwegs und kann bereits vier Platten vorweisen – immer auch bereit, ihre Musik zu erweitern. So kamen Schritt für Schritt Elemente des Dream Pop oder Shoegaze dazu, gewisse Lieder leben von den Beats und Synthies des Dark Wave. Bereits mit dem eröffnenden „Hidden From The Sun“ hatten die Herren alles im Griff und fesselten mit ihrer direkten Musik.

Gitarrenspuren über spannenden Bassläufen, Schlagzeug mit Backgroundgesang und immer wieder ein passendes Solo – hier wird für den perfekten Song noch gearbeitet, ohne bemüht zu klingen. Niessner lockt mit seiner tollen und tiefen Stimme, Stücke wie „Utopia“ oder „Fireworks“ überzeugen mit Wendungen und alles verbindet die Ungestümheit der Neunziger. Plötzlich steht der Frontmann auf der Bar und reisst an seinen Saiten oder liegt auf der Bühne und lebt die Musik. Und dank der toll durchmischten Setliste kamen alle auf ihre Kosten – egal, ob man verliebt umherschaute oder wild den Kopf schüttelte.

Matto Rules konnte diese Vielfalt in ihrer Musik nicht anbieten, doch die Band existiert auch erst seit einem Album und einer EP. Die Berner Gruppe vermischt Synthie-Hymnen mit viel rauschendem Pop und fuhr im Konzertlokal eine wahre Breitseite an Klang auf. Da hätte auch Friedrich Glauser selber seinen Stift niedergelegt um zu lauschen, bei Liedern wie „Tonight“ lässt es sich schliesslich noch ungeniert träumen. Sicherlich haben Matto Rules noch einen weiteren Weg vor sich als Spencer, aber auch hier wusste Sänger Lorenzo Bonati mit den Räumlichkeiten und den Besuchern zu spielen. Weltformate hängen schliesslich nicht nur an Litfasssäulen.

Dieser Text erschien zuerst bei Artnoir.

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