Fai Baba – Sad And Horny (2016)

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Fai Baba – Sad And Horny
Label: A Tree In A Field Records, 2016
Format: Download
Links: Discogs, Facebook
Genre: Rock, Pop

One, Two Three – und die Gitarren werden angeschlagen, die Orgel vibriert und der Gesang über eine begehrte Frau erklingt. „Sad And Horny“ beginnt, wie es sich für ein gutes Blues-Rock Album gehört, wagt aber bereits beim Refrain von „Find Me A Woman“ die Veränderung zum gefühlvollen Pop. Fabian Sigmund lässt seine Stimme ein paar Lagen ansteigen und gibt sich lieber realistisch und nahbar als unzugänglich und krass. Und somit wird auch gleich der Name des neuen Albums von Fai Baba widerlegt, wirklich traurig ist hier niemand. Über die sexuelle Erregung müssen wir aber noch einmal diskutieren.

Das fünfte Album des Künstlers aus Zürich war eigentlich als Teil eines Soundtracks geplant, dieser Streifen kam aber nie zustande. Glücklicherweise blieben uns die Lieder aber erhalten, und Fai Baba zelebrieren auf „Sad And Horny“ Rockmusik zwischen unendlichen Strassen und düsteren Nächten in Bars. Ob die Lieder eher zum Boogie gleiten, den Folk auf die Stirn küssen oder psychedelisch davonschweben, spielt keine Rolle – hier fügt sich alles zu einem fliessenden Gesamtwerk zusammen. Seine Waffen kann man für diese Begegnungen gleich vergraben: „Nobody But You“ und Konsorten tanzen lieber mit dir, als eine Rauferei zu beginnen.

Fai Baba sind neu auch zwei Herren, wurde Komponist, Sänger und Gitarrist Fabian Sigmund doch nun offiziell von Schlagzeuger Domi Chansorn unterstützt. Somit zeigen sich beide Herren stilbewusst auf dem Coverfoto und locken neugierige Personen gleich scharenweise mit ihren Sounds vor die Bühne. „Sad And Horny“ mag auf den ersten Blick etwas zu glatt erscheinen, offenbart aber mit voranschreitender Zeit immer wieder neue Kniffe und Einfälle – und plötzlich trägt man diese wie Ohrwürmer zur Schau. Egal, welche Stile hin alle drinstecken, am Ende macht es glücklich.

Anspieltipps:
Nobody But You, Can’t Get Over You, Geographical Tongue

Dieser Text erschien zuerst bei Artnoir.

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