Leprous – Live At Rockefeller Music Hall (2016)

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Leprous – Live At Rockefeller Music Hall
Label: Inside Out, 2016
Format: Download
Links: Discogs, Band
Genre: Progressive Metal

Theoretisch ist ein Live-Album nicht der beste Erstkontakt für eine Neuentdeckung, oft klingen die Songs zu anders oder man verpasst die eigentliche Intention, die eine Gruppe mit den Liedern hatte. Auch die Masse an neuer Musik kann eine Rolle spielen – somit musste ich beim ersten Konzertalbum der Progressive Metal-Band Leprous kurz leer schlucken. Auf zwei CDs und einer DVD erwartet einen hier nämlich ein wahrlich grosses Konzert mit viel Klang und vielen Longtracks. Nach wenigen Durchgängen aber schälte sich bereits heraus, wieso es sich bei den Norwegern momentan um eine der besten Szene-Bands handelt.

2001 gründeten sich Leprous im kalten Norden und begannen von da an, die Prog-Gemeinschaft gehörig umzukrempeln. Mit ihrem modernen Anspruch an komplexe Kompositionen, emotional aufgeladenen Angriffen und perfekter Produktion gehören sie nach mehreren Studioarbeiten zu der Speerspitze der modernen Szene. Auch live ist ihre epische Musik wie eine Flutwelle aus sonischen Eruptionen, welche immer zwischen hochtechnischen Stakkato-Angriffen und ausufernd emotionalen Refrains wechselt. Dank Einar Solberg bleiben die Stücke in ihrer perfekten Ausführung immer menschlich, sein Gesang thront über allem. „Red“ wirkt so fast wie Filmmusik, nur um alsbald das Chaos wieder zu umgarnen.

Vergessen wir also endlich die immer gleichen Klassiker des Prog und geniessen die Zukunft – in voller Breitseite und mit unglaublicher Energie. Leprous sind eine Wucht und bringen die vorliegende Aufnahme mit zwei Zehnminütern am Schluss vollends zum Kochen. Zwischen all den Breaks, Riffs und krummen Takten findet man hier Gefühl – und je länger man sich mit den Liedern beschäftigt, desto mehr Genialität entdeckt man. Egal ob bei dem melodiösen Highlight „Slave“ oder dem abschliessenden Hardcore-Ausbruch „Contaminate Me“ – hier blickt man in die Zukunft und sie gefällt mit ihrer Wildheit.

Anspieltipp:
The Flood, Slave, Contaminate Me

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