Wolf People – Ruins (2016)

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Wolf People – Ruins
Label: Jagjaguwar, 2016
Format: Download
Links: Discogs, Band
Genre: Rock, Neo-Folk

Wo liegt denn die Zukunft für unsere Gesellschaft? In der technischen Moderne voller mathematischer Wunder, oder doch in der Rückbesinnung auf alte Tugenden? Gerade letzteres offenbarte in den letzten Monaten viele Gefahren bei Brexit und der Wahl von Trump – doch die Gedanken an die Natur und ihre Werte ist nicht der völlig falsche Ansatz. Wolf People vermitteln somit in ihrer Musik eine gesunde Portion an hippiesker Rock-Kultur, mit kratzendem Bart.

„Ruins“ labt sich dabei nicht nur im Titel an den Trümmern vieler Hoffnungen der Zivilisation, das vierte Album der Gruppe aus England steuert mit seinem Neo-Folk in die Tiefen der Wälder. Geleitet von Jack Sharp an Gesang und Gitarre vermengen Wolf People auf dieser Veröffentlichung ihren Rock mit schier barocken und romantischen Stimmungen. Lieder wie „Not Me Sir“ oder „Ninth Night“ funktionieren zwar scheinbar wie moderne Lieder, nutzen als Basis und Energiequelle aber eine uralte Ästhetik. Das funktionierte schon früher bei den Wald- und Wiesen-Prog-Bands und klappt auch hier.

Zwar stellt „Ruins“ kein eigentliches Konzeptalbum dar, weiss aber dank seinem eigenen und sehr lärmig-psychedelischen Klang und den textlichen Aspekten als Gesamtwerk stark zu überzeugen. Wolf People klingen dabei völlig überraschend und wie keine zweite Gruppe in diesem Jahr – und setzen einen Standpunkt gegen die momentane gesellschaftliche Verzweiflung. Dabei können auch Hits entstehen, wie das vielschichtige „Kingfisher“, das mit zwei Codas über das gesamte Album strahlt. Mit dieser Scheibe werden nicht nur Wurzelgnome glücklich, tiefes Eintauchen ist aber vonnöten.

Anspieltipps:
Ninth Night, Kingfisher, Not Me Sir

Dieser Text erschien zuerst bei Artnoir.

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