MicroClocks – Soon Before Sundown (2016)

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MicroClocks – Soon Before Sundown
Label: Echozone, 2016
Format: Download
Links: Band, Facebook
Genre: Rock, Pop, Alternative

„Raptor“ fährt dann plötzlich die Krallen aus, lässt Synths blubbern, die Gitarren jaulen und den Klang wie bei Rob Zombie zu einem pulsierenden, angriffigen Stück Rock-Musik werden. Was über das gesamte Album eher zurückhaltend zelebriert wurde, artet beim letzten Lied dann aus. Doch irgendwie lässt mich dieses Lied unfreiwillig lachen, wirkt es doch etwas zu aufgesetzt. Schade, denn microClocks wissen ihre Musik sonst differenzierter und gelungener zu gestalten. Aber „Soon Before Sundown“ besteht ja nicht nur aus diesen letzte Minuten und die deutsche Band spielt schliesslich mit vielen Mitteln.

microClocks aus dem Ruhrgebiet nehmen sich bei „Soon Before Sundown“ viele Vorbilder und Stilrichtungen zur Brust – man tanzt zwischen orgelbetonten Rhythmen aus dem alten Art-Rock, lässt sich von Gitarrenriffs herumschubsen und von der Elektronik umgarnen. Lieder wie „The Edge“ oder „Love’s End“ pendeln zwischen Classic Rock, kantigem Pop und Anleihen des Prog. Mit ihrem dritten Album möchte die Band vieles, aber nicht alles will klappen. Das Songwriting stellt sich gegen den Wind, der Gesang driftet teilweise zu nasal ab. Auch merkt man, dass bei der Produktion noch mehr möglich gewesen wäre.

Sicherlich ist „Soon Before Sundown“ kein schlechtes Rockalbum, gerade weil microClocks mit der Melodiewirkung und Empathie der Hörer umzugehen wissen. Aber oft hatte ich das Gefühl, Stücke in der Art von „Here I Am“ an anderen Orten schon griffiger gehört zu haben. Für jeden klaren Moment wie „Confession“ folgt eine etwas holprige Herangehensweise. microClocks werden aber weiterhin im Schnittfeld zwischen düsterem Rock und glitzernder Elektronik ihre Nische finden.

Anspieltipps:
White Rabbit, The Edge, Confession

Dieser Text erschien zuerst bei Artnoir.

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