Abay – Everything’s Amazing And Nobody Is Happy (2016)

abay_everythings amazing

Abay – Everything’s Amazing And Nobody Is Happy
Label: Unter Schafen Records, 2016
Format: Download
Links: Discogs, Band
Genre: Pop, Rock

Jetzt geht es euch allen einmal an den Kragen, besonders euch Landesbewohnern, die ihr dem typischen Klischee des immer mürrischen Bürgers nachkommt. Leben wir nicht an einem Ort auf dieser Welt, an dem es uns an absolut nichts mangelt und das Jammern und Nörgeln eigentlich dem zufriedenen Lächeln und der Hilfsbereitschaft Platz machen sollte? Und genau dahin platziert sich das erste Album der neuen Band von Aydo Abay – früher Sänger bei Blackmail. Zusammen mit dem Gitarristen von Juli, Jonas Pfetzing, wird als Abay Post-Pop auf die Massen losgelassen – dabei aber auf Sonnenschein verzichtet.

Geborgt von Louis CK lauert hinter dem Namen „Everything’s Amazing And Nobody Is Happy“ eine Mischung aus Indie und kratzendem Pop, der selten ausbricht, aber doch an frühere Platten von Aydo Abay erinnert. Sicherlich, seine Stimme wird immer gleich die Verbindung zu Blackmail herstellen, jaulende Gitarren hört man aber nur im Titelsong. Der wandert über acht Minuten um einen Lauf herum, nur um ganz am Schluss noch einmal spannend zu werden. Meist bleibt die Band aber im sanften und glatten Bereich, auch die verrückten Soundspielereien von Kent fehlen hier komplett. Was übrig bleibt, sind angenehme Lieder mit melancholischen Texten über Leid und Enttäuschung.

Abay bleiben über fast die gesamte Laufzeit von „Everything’s Amazing And Nobody Is Happy“ bei den Gitarren, „A Boat“ setzt als Ausnahme auf leisere Momente mit dem Klavier. Trotzdem ist das Werk nie übermässig laut oder aufgeregt – irgendwie hat man ab der Hälfte sogar das Gefühl, das Album sei gefällig. Dies ist besonders wegen dem angesprochenen Thema erstaunlich. Wo bleibt der Widerstand? Sicherlich gelingt es dank Gitarrist Pfetzing, hier eine neue Facette im Schaffen von Abay freizulegen, die Scheibe driftet auch nie in den Kitsch ab. Wirklich mitreissend sind die Lieder aber zu selten, um alte Erinnerungen zu ersetzen.

Anspieltipps:
Fen Fire, 1997 (Exit A), Everything’s Amazing And Nobody Is Happy

Dieser Text erschien zuerst bei Artnoir.

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s