Meshuggah – The Violent Sleep Of Reason (2016)

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Meshuggah – The Violent Sleep Of Reason 
Label: Nuclear Blast, 2016
Format: Download
Links: Discogs, Band
Genre: Death Metal, Progressive Metal

Was sicherlich sehr stark auffällt beim achten Studioalbum von Meshuggah sind die Gitarrenriffs – und Läufe, die krumm in der Weltgeschichte herumstehen und immer falsch abbiegen. Nichts ordnet sich der normalen Struktur unter, da können Bass und Schlagzeug noch so perfekt im Takt bleiben. Die Melodien und Akkorde werden daran vorbeigeschleust, heulen wie Sirenen und finden interessanterweise immer zwischen dem Schlag dann doch wieder ins Lied zurück. „The Violent Sleep Of Reason“ ist erneut ein Prachtsstück des technisch komplexen Metal geworden.

Meshuggah nehmen bei Liedern wie „MonstroCity“ oder „Into Decay“ einen Schritt von der Astrophysik der Saiten zurück und betrachten die Whiteboards wieder im Kerzenlicht und unter Fäulnis. Der Death Metal kratzt sich mit seinen spröden Fingernägeln wieder tief in den Rücken des Prog, und viele Lieder werden zu tiefschwarzen und bitterbösen Ausflügen in die Welt ohne Vernunft. Dies verleiht „The Violent Sleep Of Reason“ gerne eine fast beruhigende Aura, man muss beim Genuss nicht alle zehn Sekunden seine Synapsen neu ordnen, um die Arrangements korrekt erfassen zu können.

Die Geschichte von Meshuggah war schon immer von Stilwechseln und Versuchen geprägt, schliesslich versucht sich die Gruppe seit den 80er-Jahren immer wieder neu zu definieren. Mit der neusten Veröffentlichung wird wieder eine Schicht abgelegt und Neues im Inneren offenbart. Das macht „The Violent Sleep Of Reason“ nicht nur für alte Freunde interessant, sondern auch für Neueinstieger – und alle, die in der harten Gattung des Progressive Metal gerne Takte mit Doppelbrüchen ausrechnen. Denn wer nach X auflöst, findet hier viele Gründe, um seinen Kopf begeistert mit Corpsepaint zu verzieren und zu schütteln.

Anspieltipps:
MonstroCity, Violent Sleep Of Reason, Into Decay

Dieser Text erschien zuerst bei Artnoir.

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