Live: Jean-Michel Jarre, Hallenstadion Zürich, 16-11-18

Jean Michel Jarre_Hallenstadion 16_MBohli_1

Jean-Michel Jarre
Support: Marco Grenier
Freitag 18. November 2016
Hallenstadion, Zürich Oerlikon

Unsere Welt wird bestimmt von Formen, klaren Strukturen und logischen Resultaten – sogar Aspekte wie Emotionen und Schicksal lassen sich mathematisch darlegen. Was für nicht wenige in der heutigen Zivilisation immer mehr die Wahrheit darstellt, wird teilweise auch von Künstlern seit vielen Jahren zelebriert. Zampano und hochverehrter Elektronikpionier Jean-Michel Jarre aus Frankreich weiss mit seinen Kompositionen die Geometrie der Musik klar aufzulösen und neu zu formen. Dies hat sich auch im 21. Jahrhundert mit seinen Kollaborationswerken „Electronica“ nicht geändert.

Diese Scheiben waren auch der Grund für seinen Besuch im Hallenstadion in Zürich, das sich für diesen Abend wieder einmal in seiner gesamten Grösse und komplett bestuhlt zeigte. Ein Umstand, der Segen und Fluch zugleich war – schliesslich nutzt Jean-Michel Jarre gern die ohrenbetäubenden Bässe und Beats, die alle Stahlträger erschüttern. Der Musiker forderte somit seine Verehrer konstant zum Mitklatschen und lautem Jubeln auf, die Leute getrauten sich aber erst nach direkter Bewilligung des Grossmeisters, vor der Bühne zu tanzen. „Brick England“, die Zusammenarbeit mit den Pet Shop Boys, ist aber auch perfekt geeignet, um die Hüften zu schwingen.

‎Neben den Herren aus England schaute noch Edward Snowden bei „Exit“ digital vorbei, für den Rest der Show belebten Jarre und seine zwei Mitmusiker die Halle instrumental. Natürlich durften Ausschnitte von „Oxygène“ und „Équinoxe“ nicht fehlen, sogar einen Ausblick auf das kommende Album „Oxygène 3“ erhielt man bei der Zugabe – der Grossteil der Gleichungen und trigonometrischen Erklärungen von Klangbildern gehörten aber neuen Stücken. Wild zuckendes wie „Conquistador“, sphärisches wie „The Heart Of Noise“ oder technisch abgefahrenes wie die Laser-Harfen-Version von „The Time Machine“.

Sowieso – der Magier mit Bits und Bytes zauberte Melodien an futuristischen Gerätschaften, tausendfach knopfbestückten Synths, iPads und verlor sich auch bei der Gitarre nicht im Abgrund zwischen Mensch und Technologie. Vielmehr nutzte Jean-Michel Jarre diese Mittel, um seinen Auftritt zu erweitern. Er liess seine Handgriffe von einer Kamera am Kopf filmen, verband Publikumsaufnahmen mit der visuellen Show, liess Laserstrahlen und LED-Gitter im Verband leuchten und verbog den Zeitstrahl mit seinen Dreiecken aus Melodien. Er wurde seinem Ruf als Liveereignis gerecht, nur schade war das Publikum oft etwas /// Error: EMOTION UNKNOWN. REBOOT.
ENTER PASSWORD: …

Dieser Text erschien zuerst bei Artnoir.

Marco Grenier_Hallenstadion-16_MBohli Jean Michel Jarre_Hallenstadion-16_MBohli_2
Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s