Moscow Mule – Miranda (2016)

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Moscow Mule – Miranda
Label: Eigenveröffentlichung, 2016
Format: Download
Links: Facebook, Band
Genre: Dark-Rock, Post-Punk

Tiere wohin man schaut – doch im Gegensatz zu gewissen Stadtmusikanten lauscht man hier durchdachten und sorgfältig ausgearbeiteten Klängen. Die Reise von Moskau in die Aargauer Kleinstadt Zofingen muss sich schliesslich lohnen, und mit „Miranda“ als Begleitung unternimmt man diese Fahrt gerne mehrmals. Moscow Mule, das junge Trio im eher düsteren Felde des Post-Punk, zeigt mit seinem ersten Album Grosses – und erweitert das eigene Spektrum genau richtig.

Die Band von Gitarristin Désirée Graber und Ehepaar Cheryl und Luca Marti an den rhythmusgebenden Instrumenten hält nach ihrer selbstbetitelten EP endlich ein neues Lebenszeichen für uns bereit. Und was für eines – löst die Scheibe doch alle Versprechen ein, die Moscow Mule in der letzten Zeit an ihren Konzerten gemacht haben. „Miranda“ bietet wieder schiefe Lieder voller Überraschungen und die Gruppe setzt stark auf Rhythmus und Takt. Hier darf das Schlagzeug weiterhin schwierige Spuren vorlegen, welche Gitarre und Bass dann unerwartet verfolgen. Mit dem oft zweistimmigen Gesang und den merkwürdigen Melodien entstehen Dissonanzen, die hier aber positiv bearbeitet werden.

Moscow Mule zeigen auch eine neue Seite und lassen in Stücken wie „Strike Back“ oder „White Lies“ den Synth die Perspektive erweitern. Plötzlich werden die Lieder geordnet und flächig, eine Superlative, die leider in wenigen Momenten vom Gesang etwas geschmälert wird. Die Damen der Band singen gemeinsam in vielen Lagen, nicht immer geht dieser Plan aber komplett auf. Umso grossartiger hingegen sind die kompositorischen Aspekte – welche besonders bei den Highlights „Tea And Tonic“ und „Jimmy And The Motherland“ ihre volle Wucht entfalten.

„Miranda“ ist somit ein vollwertiges Stück Musikgeschichte aus Zofingen geworden, das nicht nur eine neue Station im Schaffen von Moscow Mule aufzeigt. Es ist eine Platte voller Wagnisse und Gewinne, ein Stück Dark Rock, welches man so von jungen Künstlern viel zu selten vernimmt. Und wem die Musik manchmal etwas zu quer ist, der findet bestimmt Helligkeit in den textlich amüsanten Episoden über spezielle Figuren und politisch aktive Tiere.

Anspieltipps:
Moscow Mule, White Lies, Tea And Tonic

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