Live: Black Mountain, Kaserne Basel, 16-11-07

Black Mountain_Basel_MBohli_

Black Mountain
Support: Comet Control
Montag 07. November 2016
Kaserne, Basel

Nicht immer ist es leicht, den gewünschten Zustand zu erreichen und oft benötigt der Körper eine gewisse Zeit, um sich anzupassen. Egal ob dies nun auf Momente mit oder ohne eingenommene Substanzen ausgelegt wird, zutreffend ist es immer. Auch der Konzertabend am Montag in Basel bot in der Kaserne einen Trip, der nach einer Einfühlungsphase die späten Stunden in einen Rausch verwandelte. Black Mountain aus Kanada besuchten die Stadt und boten mehr Vergnügen als der gesamte Festbetrieb der Herbstmesse.

Die Neo-Psychedelica-Gruppe von dem fernen Kontinent steht seit 2004 für handgemachte, warme und gerne etwas abgehobene Rock-Musik. Mit vier Alben und vielen Konzerten spielten sie sich in die Herzen vieler Menschen und bewiesen auch im ehemaligen Rossstall, dass vergangene Tugenden immer noch vieles bedeuten. Denn ihre Lieder zerren gerne an der Substanz des Retro-Rock, lassen die Orgeln tief sprudeln und bringen den zweistimmigen Gesang dank den schleppenden Takten perfekt zur Geltung. Stücke wie „Rollercoaster“ verbinden all diese Elemente mit grossartigen Gitarrenriffs und bodenständiger Rhythmusfraktion.

Erstaunlich wie leicht Black Mountain diese Lieder von den Fingern gleiten, besonders wenn man die Strukturen bedenkt, die gerne sogar am Prog der Hippie-Zeit kratzen. Auch in Basel bewies die Gruppe ihr Talent unter dunkler und oft blauer Beleuchtung – und liess die Zuschauer mit jeder Minute tiefer in den Kaninchenbau eintreten. Was zu Beginn noch etwas schwer zu verstehen war, wurde spätestens nach der Hälfte des Auftrittes zu einem Triumphzug. Und wer sein Konzert mit einem schier endlos ausgeweiteten, sich an allen Instrumenten labenden „Space To Bakersfield“ abschliesst, der verdient jedes Lob.

Sicherlich ist es schön heute, aber für einen Abend auch ohne LSD in die Vergangenheit zu reisen ist halt auch geil. Comet Control wagten sich mit ihrer Musik nicht so weit zurück und liessen ihre Stücke lieber mit viel Verzerrung und Rauschen im Jetzt stehen. Die Kanadier liessen unter ihrer Wucht fast nichts gerade und lebten die Rücksichtslosigkeit gesund aus – jedenfalls litt nur die Gitarre. Immer schön mit elektronisch generierter Doppelstimme unterlegt, bot die Gruppe einen guten Start in den Abend.

Wer Black Mountain übrigens unterstützen möchte, der tue dies doch bitte hier. Denn der Gruppe wurde in Schweden die komplette Ausrüstung inklusive aller Instrumente geklaut.

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