Fewjar – Until (2016)

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Fewjar – Until
Label: Schubert Music Agency, 2016
Format: Download
Links: Facebook, Band
Genre: Polygenre, Synth-Pop

Stellen wir uns für einmal vor, Musik wäre genau dasselbe wie Wasser und deren Geschichte ein ähnlicher Kreislauf. Alles wäre somit in konstanter Verbindung und immer in Bewegung. Vergangenes und Kommendes, Traditionelles und Neuartiges – nichts kann man betrachten, ohne die passierten Momente und Aspekte mit einzubeziehen. Und genau das machen Fewjar mit ihren Liedern – sie produzieren einen sich immer verändernden Schwall an Klang und Ideen. „Until“ lässt sich somit keiner Stilrichtung zuordnen und zeigt uns wieder wie früher, was Musik für eine Wunderwelt sein kann.

Gut, dass Jakob Joiko und Felix Denzer sich gleich entschieden haben, ihr Album unter der Bezeichnung des Polygenre zu veröffentlichen – denn was zwischen „Gemini“ und „Levitation“ passiert, benötigt etwa so viele Namen, wie es Klänge in den Liedern hat. Was sehr elektronisch und irgendwo zwischen 80er-Pop und Techno-Disco beginnt, wandelt sich über nachdenklichen Ambient-Art-Rock zu Singer-Songwriter mit Rockwurzeln. Immer bleiben Fewjar aber dem Pop huldigend – somit tanzen die Füsse schneller als der Kopf realisiert hat, wo das nächste Lied nun landen will. Diese Taktik geht bei Songs wie „Lo“ perfekt auf.

Was bei Fewjar als Geschenkidee für die Familie begann, ist mit „Until“ nun ein kolossales Unterfangen der modernen Musikgeschichte geworden. Wunderbar produziert und nie über all die Möglichkeiten stolpernd, finden hier Leute mit Affinität für elektronisch untermalte und schlagkräftig ausgeführte Popmusik ein wahres Sammelsurium an Gedanken. Wie die Evolution der Stilrichtungen ist auch „Until“ ein konstant locker fliessendes Werk, das mit jedem Lied neue Ideen einbringt. Nie stockend, nie erzwungen – einfach nur voller Frohmut und mit viel Liebe zur Musik.

Anspieltipps:
Lo, Indigo, Eris & Exile

Dieser Text erschien zuerst bei Artnoir.

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Ein Kommentar

  1. Was ich auch interessant finde: Obwohl sie immer wieder hervorheben, dass sie sich keinem Genre verschreiben wollen, finde ich, dass es in jedem einzelnen Track mindestens eine Stelle gibt, an der man hört -Okay, das ist ganz klar Fewjar!- Einerseits empfinde ich das als ganz wunderbar, weil ich jeden Song sofort zuordnen kann, und immer ein Stück „Zuhause“ in jedem Lied sehe. Andererseits beginne ich ihre Musik so langsam -von etwas weiter weg betrachtet- auch als Kreislauf zu sehen, so wie du das ja auch schon gesagt hast. Es ist eine Weiterentwicklung des Musikhorizontes zu erkennen, auf jeden Fall, aber es ähnelt ihrem vorherigen Album schon irgendwie…
    ~*Plus

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