Marillion – Fuck Everyone And Run (FEAR) (2016)

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Marillion – Fuck Everyone And Run (FEAR)
Label: EAR Music, 2016
Format: Download
Links: Facebook, Band
Genre: Art-Rock

Es braucht etwas Zeit und Geduld, nicht zu vergessen die Aufmerksamkeit – aber dann sie die wunderbaren Momente wieder da. Die hymnischen Zeilen wie „Too Big To Fail – Too Big To Fall“ oder das Lament in „Living In FEAR“, die wunderbar integrierte Elektronik, welche „The Leavers“ sanft übernimmt – und immer wieder die Ausbrüche mit grossen Gitarrentönen auf voller Breitseite. Marillion haben es selber bereits angekündigt, nun ist es klar: Ihr 18. Album „Fuck Everyone And Run (FEAR)“ ist definitiv das Werk der Art-Rocker in diesem Jahrzehnt.

Die politische Betrachtung unserer Gesellschaft, der darin herrschenden Gier und Ungerechtigkeit, ist ein Stück Musik voller Lichtblicke und als Gesamtheit nicht nur eine formidable Rückkehr in Richtung Progressive Rock, sondern immerzu bezaubernd. Marillion verlassen sich zwar auf ihre bekannten Fähigkeiten und Motive, vermögen ihre in Jams gesammelten Ideen aber so zündend zu kombinieren wie schon lange nicht mehr. „Fuck Everyone And Run“ verfügt nicht nur über drei Longtracks, sondern ist ein in sich geschlossener Kreislauf, der bestenfalls nicht in Einzelteile zerlegt wird. Wie bereits bei „Brave“ wirken alle Arrangements und Melodien als Gesamtheit am besten.

Steve Hogarth zeigt erneut, dass er der perfekte Frontmann und Sänger für die intensive und gefühlvolle Musik ist. Er fleht, wütet, sinniert und geht in der Musik komplett auf. Marillion wissen tiefgreifende Fragen wie „Why is nothing ever true?“ nicht abschliessend zu beantworten, angriffige Lieder wie „The New Kings“ sind aber wichtig und ungewohnt positionsbeziehend. Durch den Verband aus diesen intelligenten Texten und den faszinierenden und sich immer bewegenden Sounds erhält man mit „Fuck Everyone And Run“ das perfekteste Album der Band seit „Marbles“. An dieser Scheibe wird dieses Jahr kein Fan des Genres vorbei kommen.

Anspieltipps:
El Dorado, White Paper, The New Kings

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6 Kommentare

      1. alles klar. meine erste begegnung, zumindest bewusst, war noch mit Fish und dem Live Album Reel To Real (oder umgekehrt). Hab dann damals alle mitFish-Alben nachgekauft und hatte auch mit Seasons End meine Freude. Mittlerweile wieder etwas mehr im Marillion-Fieber und somit in den letzten Jahren Brave und Marbles nachgekauft. Beides superste Ware. Und nun die neue. Werde mir vielleicht noch 2-3 andere Hogarth-Alben zutun. Was brauche ich?

        1. Für mich ist die Phase mit Fish wohl zu nahe am typischen Prog, gerade die ersten Alben klingen ja sehr nach Genesis. Und obwohl ich Prog sehr mag, fand ich da wie nie richtig den Zugang.

          Wenn du „Brave“ und „Marbles“ hast, dann bist du bereits sehr glücklich. Wunderbar sind aber auch „Afraid Of Sunlight“ und „Happiness Is The Road“ (unbedingt beide Teile). Ich selber wurde dank „Anoraknophobia“ süchtig, dieses Album ist aber zum Teil schon sehr einfach geschneidert. Hat aber ein paar echte Krachersongs drauf.

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