James Blake – The Colour in Anything (2016)

James Blake_Colour

James Blake – The Colour in Anything
Label: Polydor, 2016
Format: CD
Links: Discogs, Künstler
Genre: Dubstep, Pop, Soul

Wenn man drei Jahre auf ein neues Album warten muss, dann freut man sich sehr, wenn die neuste Veröffentlichung nicht nur wenige Stücke enthält. Doch James Blake, der Superstar der tieftraurigen Electronica, schiesst mit „The Colour In Anything“ gleich einen Vogelschwarm ab – sein drittes Werk ist über 70 Minuten lang. Das mag jetzt zu lang und zu massig erscheinen, der Künstler wird seinem Ruf aber gerecht und vermag seine emotionale und sanfte Version von Dubstep über die gesamte Länge zu tragen.

Sicherlich, es gibt einige Lieder bei denen man sich nicht sicher ist, wie man deren Unterschiede jetzt genau formulieren soll. Doch James Blake nimmt mit seiner Stimme und seinem Songwriting sofort wieder gefangen. Es gibt keinen anderen Musiker, der elektronische Lieder so stark von ihrem Ursprung in der tobenden Clubmusik gelöst und mit so viel Atmosphäre und Gefühl aufgefüllt hat. Bereits „Radio Silence“ zeigt gleich zu Beginn, dass das Leben nicht immer strahlend ist und Soul sehr wohl mit Electronica zusammenpasst. Mal greifen die Beats stärker ein, mal beherrscht nur der Gesang das Geschehen – doch immer ist Blake dabei offen und grundehrlich. Eine Entblössung der Seele, das Innerste wird nach aussen gekehrt.

„The Colour In Anything“ wirkt zwar eher grau und neblig, weiss aber doch zu scheinen. Die tief wummernden Frequenzen fehlen gegenüber früheren Veröffentlichungen von James Blake zwar etwas, seine Erzählungen und Klavierstücke suchen aber immer noch ihresgleichen. Somit ist auch diese Scheibe wieder wunderbar traurig, wenn auch sich der Genuss besser in mehrere Gänge unterteilen lässt. Aber so bleibt uns genügend Nahrung bis zur nächsten Grosstat und die dunkeln Jahreszeiten werden mit viel Melodie gefüllt.

Anspieltipps:
Radio Silence, I Hope My Life (1-800 Mix), I Need A Forest Fire

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3 Kommentare

    1. Live ist er wuchtig. Einmal durfte ich ihn in einem Zelt an einem Festival erleben, und es war eine sehr mitreissende Show. Damals hatte er zwar nur ein Album draussen, aber seine Mischung aus Soul und ohrenzerfetzenden Bässen ist live wahnsinnig gut.

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