Periphery – III: Select Difficulty (2016)

Periphery III - Select Difficulty

Periphery – III: Select Difficulty
Label: Century Media, 2016
Format: Download
Links: Discogs, Band
Genre: Prog Metal, Metal Core, Melodic

Einen schier grössenwahnsinnigen Rundumschlag wagten Periphery 2015 mit dem Doppelalbum „Juggernaut“ – und kehren bereits jetzt mit einem Nachfolger zurück. Und anstatt das letztjährige Erfolgsrezept einfach zu kopieren, haben die Musiker die Köpfe zusammengesteckt und all ihre Merkmale auf kleinerer Spielfläche zusammengebracht. „III: Select Difficulty“ bietet somit Prog Metal, Metalcore und Melodic College Fights in minutenschnellen Wechseln – und Periphery zeigen, wieso ihre Musik seit jeher bei vielen Hörern polarisiert.

Wobei das Album mit „The Price Is Wrong“ gleich so heftig beginnt, dass man vor lauter Djent die Kaffeetasse an die Decke wirft. Unbarmherzig und voller beissender Riffs, so wild waren Periphery selten. Hier benötigen sie aber doch Zeit bis zum dritten Song, um ihre hochmelodischen Anfälle aus dem Sack zu lassen. Und ab da könnte für manchen Hörer der Gesang von Spencer Sotelo wieder zum Stolperstein werden – denn seine Melodien kratzen oft an der Grenze zum Schmachten und zuckrigem Geschrei. Doch genau dies passt perfekt zur stilistischen Tour de Force von Periphery. Was „Marigold“ vormacht, wird dann absolut krank bei „Remain Indoors“: Gamesounds, epische Drachentötergesten, markerschütterndes Geschrei, instrumentales Prog-Gewichse und Gesang aus dem College-Radio.

Alleine einen solchen Satz zu lesen kann Schwindelgefühle auslösen – es ist aber dem Talent von Periphery zu verdanken, dass „Select Difficulty“ trotz all dieser Extreme zu einem grossartigen und homogenen Album wurde. Man schmachtet mit den Melodien und singt laut mit, nur um gleich vom Gewitter des ultraharten und polyphonen Prog Metal überrascht zu werden. Die Nummer drei ist eines dieser Werke, bei denen man vor Freude und Überraschung übermütig umherspringt, Gegenstände verprügelt und Wände anschreit. Und Periphery sind echt nicht aufzuhalten, denn auch in dieser komprimierten Form scheinen sie nicht zu bändigen und ohne Fehler.

Anspieltipps:
Marigold, Remain Indoors, Lune

Dieser Text erschien zuerst bei Artnoir.

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