Bat For Lashes – The Bride (2016)

bat for lashes-bride

Bat For Lashes – The Bride
Label: Parlophone, 2016
Format: Download
Links: Discogs, Künstlerin
Genre: Indie, Dark-Pop

Als Musikjournalist kann man es sich ganz einfach machen und formelhaft über neue Alben und Bands schreiben. Damit tut man den Gruppen und Künstlern zwar meist unrecht, verhilft der Leserschaft aber auf eine simple Weise zu einer Entscheidung. Mag ich das Album oder würde es mich nicht ansprechen? „The Bride“, das neuste Werk von Natasha Khan unter ihrem Pseudonym Bat For Lashes, ist somit ganz simpel gesagt eine ätherische Kreuzung aus Julia Holter und Torres. Eine Platte voller sinnlicher und düsterer Momente – und mit einem interessanten Überbau.

Bat For Lashes wagt sich hiermit nämlich an ein Konzeptalbum über eine Frau, die ihren Verlobten bei einem Autounfall verliert – auf dem Weg zur Hochzeit. Das Album startet mit einem emotionalen Schlag und bewegt sich über die restlichen Songs durch die Bewältigung dieser Tragödie. Wir begleiten die Braut in ihre alleinigen Flitterwochen und durch alle Stufen des Traumas. Die Musik untermalt die Episoden dabei genau so gefühlvoll und dunkel, wie es die Geschichte vorgibt. Die Hoffnung schaut in „I Will Love Again“ zwar vorbei, meist regieren aber die tiefen Synths und der flehende Gesang.

Das Album benötigt aber Zeit, denn gerade in der zweiten Hälfte sind die Stücke langsamer und reduzierter – somit aber bei konzentriertem Genuss hypnotischer. Bat For Lashes erschuf eine intensive Erfahrung, welche durch Empathie noch stärker wird. Lieder wie „Widow’s Peak“ sind zwar auf ihre Grundstrukturen beschränkt, der Synth-Pop und Indie erhält aber wie im Jazz die Chance, durch Stille und Lücken zu glänzen. Und Khans Gesang stellt die Musik immer wieder auf eine höhere Stufe. Für alle Grübler und Geniesser der Abgeschiedenheit ein unscheinbares Juwel.

Anspieltipps:
Joe’s Dream, Sunday Love, I Will Love Again

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Ein Kommentar

  1. Meine geliebte Natasha Khan! ❤
    Ich gebe dir Recht, bei mir braucht das Album auch einige Durchläufe, um sich vollkommen zu entfalten. Im Moment bin ich "If I Knew" sehr verfallen.

    Ich bin aber sehr froh, dass das Album nicht ganz wie der Vorgänger ausgefallen ist, sondern wieder düsterer und irgendwie weniger elektronisch-kalt, sondern eher elektronisch-warm. (Kann das gerade nicht anders beschreiben.^^')
    Ansonsten auch eine viel zu unbekannte Größe der heutigen Musiklandschaft, live toll, und immer im Wandel. Und die Dame schafft es immer mich, egal wie märchenhaft das Setting ist, auf persönlicher, emotionaler Ebene, halt im Kern zu berühren.
    Ich will gefälligst, dass sie für immer happy together mit irgendwem ist, der sie so behandelt, wie sie es verdient.

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