Capsize – A Reintroduction: The Essence of All That Surrounds Me (2016)

Capsize - A Reintroduction

Capsize – A Reintroduction: The Essence of All That Surrounds Me
Label: Equal Vision Records, 2016
Format: Download
Links: Discogs, Band
Genre: Post-Hardcore

Offensichtlicher kann eine Band ihre Veränderung nicht mehr anpreisen: Bereits mit dem Namen ihres zweiten Albums zeigen Capsize, dass gegenüber dem Debüt viele Dinge anders laufen. „A Reintroduction: The Essence Of All That Surrounds Me“ bringt die Band nicht nur weg von Geschrei und knallharten Attacken, sondern bringt den Post-Hardcore der 2000er-Jahre wieder ins Rampenlicht. Fans von Thursday und ähnlichen Bands können jetzt jubeln – obwohl Capsize mit dieser eigenen Neuerschaffung nicht nur eine glückliche Hand bewiesen haben. Eine Änderung ist ja immer spannend, doch ohne Fundament funktionieren auch die gewitztesten Ideen nicht.

Klar, die Gruppe aus Kalifornien verzichtet mit „A Reintroduction“ nicht auf die Härte, denn weiterhin steigen dir die Gitarren mit Kampfstiefeln in die Fresse und Capsize lassen kaum Raum zum Atmen. Daniel Wand aber versuchte hiermit seine Erinnerungen an die tollen Alben alter Genrehelden zu beleben und verzichtet darum fast komplett auf das Schreien. Klarer Gesang steht nun zwischen harten Drums, Breaks und einem lauten Sound – oft getragen durch nette Riffs. Lieder wie „XX (Sew My Eyes)“ oder „Tear Me Apart“ verbinden alles wunderbar und überzeugen mit dissonanten Gitarren und grosser Energie. Man lässt die Klänge durch das Effektboard wandern und schichtet Spuren kreuzweise übereinander.

Doch dann passiert es, dem Album geht die Luft aus. Obwohl Capsize hier Mut beweisen und mit „A Reintroduction“ wohl viele Fans verärgern oder gar verlieren werden, sind die präsentierten Ideen nicht spannend und erfrischend genug. Lieder und Sounds wie auf dieser Platte kennt man von vielen anderen Bands, der Post-Hardcore wurde oft wagemutiger interpretiert. Gegen Ende des Albums hat man das Gefühl, die Lieder nicht mehr unterscheiden zu können und gleich zu vergessen. Die Reise zu neuen Gebieten ist zwar löblich, Unentdecktes bietet Capsizes Exkursion aber kaum.

Anspieltipps:
XX (Sew My Eyes), Tear Me Apart, Safe Place

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