Live: Bruce Springsteen, Letzigrund Zürich, 16-07-31

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Bruce Springsteen
Sonntag 31. Juli 2016
Stadion Letzigrund, Zürich
Setliste

Es ist schon erstaunlich: Wenn in der Schweiz ein bodenständiger Arbeiter die Gitarre in die Hand nimmt, entstehen krude Songs über befederte Tiere. Wenn dasselbe in den amerikanischen Staaten geschieht, erhält die Welt einen der ehrlichsten, energiereichsten und grössten Rockstars. Einen Mann, der Mitte 60 immer noch Abend für Abend Konzerte abliefert, die an Emotion und Kraft unerreicht sind. Zum Abschluss seiner aktuellen Europatour zum Jubiläum von „The River“ machte Bruce Springsteen auch in Zürich Halt und liess den Vorabend des Nationalfeiertages für immer unvergesslich werden.

Am einfachsten ausgedrückt war es eine Achterbahnfahrt der Gefühle. Wärend der 30 Songs oder dreieinhalb Stunden durchlebte man als Besucher zusammen mit dem Boss und seiner immer noch perfekt aufspielenden E Street Band Freude, Leid, Glück und Trauer. Dank der offnen und freundlichen Art von Springsteen waren es vor allem die Begegnungsmomente mit dem Publikum, die bei so manchem die Tränen auslösten. Der Künstler suchte den Kontakt zu seinen Fans, holte sich die Geschenke ab und sammelte fleissig Songwünsche ein. Dank der immer wechselnden Setlist und seiner sehr spontan agierenden Band wurden in Zürich auch gleich fünf solcher Stücke eingeflochten.

Eine solch erdennahe Art liess jede einzelne Person im Publikum wohlgelaunt tanzen und singen. Springsteen tauchte mit sechs Liedern von „The River“ tief in die Vergangenheit ein und mischte auch Perlen wie „Atlantic City“ oder „The Promised Land“ unter Hits wie „Born To Run“ oder „Hungry Heart“. Schon früh steigerte sich das Stadion Letzigrund in eine kollektive Euphorie, die Zeit verging wie im Flug. Die Musiker spielten alle Anwesenden in eine Art Trance – ein Umstand, der aus diesem weltklassigen Auftritt einen unendlichen Ritt werden liess. Oder man hoffte dies zumindest, denn in der zweiten Hälfte folgten nicht nur grosse Hits, sondern auch wahrlich tiefemotionale Momente.

Ein kleiner Junge sang den Refrain von „Waiting On A Sunny Day“ und stibitzte danach noch Schlagzeugstöcke, mehrere Frauen durften mit den Musikern tanzen und Bruce selber versank in einem Meer aus Händen und Armen. Wieder einmal wurde gezeigt, dass man grossartige Musik auch ohne Showeffekte und Bühnenkonstruktionen darbieten kann. Man braucht dazu nur starke Songs, Musiker mit viel Elan und eine mitreissende Art. Blues, Rock, Folk, Rock’n’Roll und Weltklasse – Bruce Springsteen und seine E Street Band übertrafen alle Erwartungen und liessen uns für eine Nacht alle Sorgen vergessen. So schön könnte es auf der Welt sein. „Because the night belongs to lovers /Because the night belongs to us.“

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Ein Kommentar

  1. Ich will dem Herrn ja auch noch einen Besuch abstatten, aber der spielt hier immer im Nazi äh Olympiastadion, was für mich einfach keine Konzertlocation ist. Aber jeder Künstler, der solange spielt hat meinen Respekt. ❤

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