Live: No Borders No Nations, Reitschule Bern, 16-07-30

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No Borders No Nations
Mit: Atari Teenage Riot, Swiss & Die Andern, Terrorgruppe, Nasty Rumours, The Shit, RedSka, Sergent Papou
Samstag 30. Juli 2016
Reitschule, Bern

Du schaust aus dem Zug und siehst ein Meer aus Lichtern, Rauch, Feuerwerk und sich bewegenden Körpern. Vielleicht wunderst du dich, vielleicht ärgerst du dich – aber sehr wahrscheinlich möchtest du dabei sein und diese positive Energie spüren. Du schaust zum Zug der oberhalb vieler Leute durchfährt und winkst wild mit deinen Armen. Vielleicht versuchst du dir vorzustellen wie die Leute darin reagieren. Erstaunt, verärgert oder freudig erregt? Wie auch immer, in dem Moment existiert nur noch die physikalische Grenze und jede Person ist ein Freund und gleichberechtigt. Fight For Your Reit – die Reitschule in Bern lädt erneut zum Sommerfestival.

Nach all den Widrigkeiten rund um den Betrieb ist es ein schönes Gefühl, seine Füsse auf der Vorplatz des Kulturzentrums in der Hauptstadt zu setzen und sich zwischen Punks, Hippies, düster gekleideten oder zufällig anwesenden Menschen zu feiern. No Borders No Nations ist nicht ein Festival wie jedes andere, sondern setzt vor allem auf eines: Solidarität. Ob zwischen den Besuchern, den Künstlern, den politisch Verbissenen oder theoretischen Konstrukten wie Landesgrenzen – man versucht hier das Bewusstsein der Masse wieder wachzurütteln und Vorurteile abzubauen. Mit Lesungen, Vorträgen, Führungen, Infoständen und natürlich vielen Konzerten wird Information und Meinung verbreitet.

Musikalisch wurde am Samstag der simple Akkord und die wilden Gesten gross geschrieben. Aber welche Musikrichtung verbreitet politische Botschaften schliesslich direkter und ungeschminkter als Punk? So ging es bei der Terrorgruppe aus Berlin nicht nur um den Alkohol, sondern auch Architektur oder das Niederreissen der Grenzen. Sympathisch und erfahren bespielte de Gruppe den Platz und übernahm das Szepter von Nasty Rumours aus Bern – welche genau so wild waren. Aber auch Ska mit den italienischen Band Redska aus dem antifaschistischen Umfeld oder Crossover von Sergent Papou aus Genf.

Swiss & Die Andern riss die letzten Grenzen dann mit der Verbindung aus Rap, Punkgitarre und Indie-Gefühl komplett nieder und brachte die linke Szene aus Hamburg in die Schweiz. Mit direkten und teils gewagten Texten gab es am Ende des Konzertes keine Fragen mehr und alles war bereit um komplett in Grund und Boden gefeiert zu werden. Atari Teenage Riot packten ihre alte Technik und moderne Weltsicht aus und gaben dem Reitschule-Fest den Ritterschlag. Elektronische Musik für den Aufstand, ein pefekter Ausklang für diese schöne Sommerfeier für alles Leben, die menschlichen Grundrechte und Toleranz. Wieder einmal zeigte sich, dass Institutionen wie die Reitschule unbedingt bestehen müssen und gebraucht werden. Versucht doch mal eure inneren Grenzen zu sprengen.

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