Great Lost Albums – Billingham, Quantick, Waites, Sherez (2014)

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Mark Billingham, David Quantick, Martyn Waites, Stav Sherez – Great Lost Albums
Verlag: Sphere, 2014
Autoren: Mark Billingham, David Quantick, Martyn Waites, Stav Sherez
Seiten: 288, Hardcover
ISBN: 9780751557060
Link: Goodreads

50 Jahre Rock und Pop, wer erinnert sich da nicht an die vielen grossen Künstler und ihre legendäre Alben? Hoffentlich stehen auch alle davon bei euch im Plattenregal. Viel spannender wird es aber, wenn man die bekannten Pfade verlässt und sich auf die Suche nach vergessenen Liedern und Kreationen macht, die nie die Geschäfte erreicht haben. Mark Billingham und seine Kollegen haben in minutiöser Arbeit und während vieler Jahre Kuriositäten und verschollene Platten ausgegraben, die man in dieser Form nie kaufen können wird. Darunter befindet sich unter anderem die Kollaboration von Michael Jackson und Madonna, das IKEA-Album von Coldplay oder das Weihnachtsalbum von Kraftwerk.

Wer jetzt bereits verwundert den Kopf schüttelt liegt richtig: Alle Alben, die in „Great Lost Albums“ vorgestellt und beschrieben werden, sind erfunden. Versteckt hinter Falschaussagen und erdichteten Plattenkritiken darf man mit diesem Buch in Parallelwelten abtauchen, in denen scheinbar alle bekannten Musiker und Bands völlig den Verstand verloren haben. Denn warum sonst sollten U2 ein Lied von Kim Jong-Un singen lassen, Rod Stewart seinen langweiligen Alltag vertonen, Rick Rubin die Atemgeräusche von Johnny Cash als Musik deklarieren oder Queen ein Konzeptalbum über Optiker veropern?

Und genau da ist auch die Kritik anzusetzen. Denn obwohl diese Sammlung von kuriosen Hirngespinsten Spass macht und sich besonders als kurze Lektüre zwischendurch eignet, verlieren sich die Autoren mit der Zeit doch etwas im Absurden. Sicherlich, viele Marotten und Eigenheiten von Künstlern und Stilrichtungen werden sarkastisch entlarvt und auf die Spitze getrieben, mehr als Klamauk ist es aber oft nicht. Gewinner sind besonders die Leser, welche sich mit den Biografien der beschriebenen Musikern und Bands auskennen und somit auch kleine Seitenhiebe sofort erkennen. Für Gelegenheitshörer erschliessen sich wohl zu wenige Pointen. Somit ist „Great Lost Albums“ also genau was es ausstrahlt: Ein netter Humormoment zwischen zu ernsten Alben uns Liedern.

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