Live: Queen und Marillion, Rock The Ring, 16-06-17

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Rock The Ring
Queen, Marillion, Stefanie Heinzmann
Freitag 17. Juni 2016
Autobahnkreisverkehr Betzholz, Hinwil
Setlist Marillion
Setlist Queen + Adam Lambert
Bilder Queen: Mischa Castiglioni

Ist dieses Festival im Zürcher Oberland die Quadratur des Kreises, oder einfach nur eine verrückte Idee? Schliesslich wurden in Hinwil auch dieses Jahr wieder Bühne, Essensstände und sogar ein Riesenrad inmitten des Autobahnkreisverkehrs Betzholz aufgestellt. Drei Tage, die sich dem alten und neuen Rock verschrieben haben, zuerst aber vor allem vom Verkehr beherrscht werden. Die Anfahrt mit dem Auto gestaltete sich freitagstypisch mühsam, das Festival-Gelände konnte die Atmosphäre des TCS-Trainingscenter nicht komplett verdrängen. Und dann brauste als Pausenunterhaltung noch die Patrouille Suisse über die orange behüteten Köpfe.

Doch keine Angst, zwischen all diesem Rummel und der Vermengung merkwürdiger Gegensätze fand man immer wieder tolle Konzerte und musikalische Glanzstücke. Der Auftakt mit Shambolic Shrinks brachte die wilden Gitarren zum Sonnenschein, Stefanie Heinzmann vertrat das Wallis mit ihrer souligen und festen Stimme. Auch wenn eher im Pop zuhause, liess sie viel Jubel aufkommen. Denn bereits jetzt war das Gelände voller Besucher, Rock The Ring hat sich in kurzer Zeit einen Namen gemacht und lockt eine grosse Zahl an Gästen an. Aus allen Altersklassen finden sich für drei Tage Liebhaber des klassischen Rock zusammen, feiern die alten Hits und erleben ihre vergangenen Momente noch einmal.

Und davon gab es bei Marillion genug – die Art-Rock Legende aus England setzte für eine Stunde auf ihre Hits und brachte so manches Herz in Verzückung. Gestaltete sich der Beginn ihres Auftrittes mit Songs wie „Cover My Eyes“ oder „Easter“ etwas achtzigerlastig und voller bunter Keyboards, drehten sie den Spiess dann um und liessen die druckvollen Wellen ihres modernen Sounds über die Ringrocker schwappen. „Sounds That Can’t Be Made“, „King“ und der brachiale Schluss mit ihrem Meisterstück „Neverland“ – die Klangwände bauten sich bis zu den aufziehenden Wolken auf. h bewies erneut, dass seine sympathische Art jedes Publikum mitreisst, Marillion sind immer noch aktuell und wundervoll.

Eine Wiedergeburt erlebte man mit dem meisterhaften Schluss: Queen und Adam Lambert beehrten die Schweiz und tauchten Hinwil während eines sintflutartigen Regenfalls in musikalische Liebe und ehrenhafte Erbverwaltung. Nicht wenige hatten wohl Zweifel, wie gut Queen ohne Freddy Mercury funktionieren können. Doch wir alle wurden vom besten Gegenteil überzeugt. Hit reihte sich von Beginn an Hit, Brian May bespielte mit seinen Zauberfingern die Saiten, Roger Meddows Taylor trommelte sich auch im fallenden Wasser heiss. Und dazwischen immer wieder Adam Lambert, in Federjacke, engen Hosen und mit futuristischen Sonnenbrillen. Er versuchte nicht die Legende zu kopieren, sondern nahm Lieder wie „Don’t Stop Me Now“, „I Want It All“ oder „Hammer To Fall“ und machte sie stimmlich zu seinen eigenen. Variabel, unterhaltsam und treffend zeigte er sich und verlieh dieser Reinkarnation von Queen viel Leidenschaft.

Man verliess das Gelände von Rock The Ring zwar total durchnässt, aber mit einem Grinsen und vielen bekannten Melodien auf der Zunge. Die Königin war da, zeigte sich in ihren besten Kleidern und liess nichts vermissen. Mit grosser Show, noch mehr Gefühl und perfekten Momenten wie „Under Pressure“ im Regen, „Who Wants To Live Forever“ mit Lasershow oder Freddys Besuchen auf der Leinwand war das Konzert ein voller Erfolg. Danke für diese Möglichkeit.

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2 Kommentare

  1. Ich war ebenfalls nicht enttäuscht nach Queen + Adam L im letzten Jahr. Gut gemacht, gerade auch weil man weiß, dass die Ära Mercury nicht zurückgeholt werden kann. Etwas Wehmut bleibt, aus heutiger Sicht waren die Jungs damals noch nicht so alt und haben eben nichts mehr auf die Reihe gebracht.
    Mit Marillion hadere ich noch. Vielleicht in Stuttgart in 3 Wochen, mal sehen…

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