Live: Coldplay, Stadion Letzigrund Zürich, 16-06-12

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Coldplay
Support: Alessia Cara, Lianne La Havas
Sonntag 12. Juni 2016
Stadion Letzigrund, Zürich
Setliste

Es fehlte nur die Hüpfburg, dies hätte das Konzert im Letzigrund-Stadion zu einer perfekten Kindergeburtstagsparty gemacht. Denn was hier aufgefahren wurde, übertraf in Buntheit und Fröhlichkeit wohl jeden anderen Anlass in dieser Lokalität. Coldplay kehrten mit ihrem neusten Album „A Head Full Of Dreams“ in die Schweiz zurück und brachten uns Konfetti, Feuerwerk, Spass und Glück – die Zeiten der nachdenklichen Indie-Band sind endgültig vorbei. Jetzt wird gefeiert, die Welt positiv besungen und alles in blinkende Lichter getaucht.

Ein Umstand, der bei nicht wenigen Leuten seit einiger Zeit für Unmut sorgte. Coldplay haben sich mit dieser künstlerischen Veränderung schliesslich immer mehr dem Radiopop und der einfachen Tanzmusik zugewandt, die introvertierte Schönheit alter Alben geriet komplett in Vergessenheit. Somit war die Stadion-Show in Zürich keine kleine Sache, sondern ein Aufgebot von unglaublichem Ausmass. Nicht nur liessen sich die Engländer von zwei jungen Damen im Vorprogramm begleiten (Alessia Cara und Lianne La Havas, welche beide ihre Sache versiert und schön durchzogen), bereits bei den ersten Liedern wurden Raketen in den Himmel geschossen, Kanonen tauchten die Besucher in bunte Papierfetzen und Laser zuckten durch die Nebelschwaden. Diese Mittel wurden während der zwei Stunden immer wieder eingesetzt – und langweilten erstaunlicherweise nicht.

Denn Coldplay waren schon immer eine ehrliche, offene und fesselnde Liveband. Technisch auf höchstem Niveau, vor Spielfreude sprühend und immer zu Witzen aufgelegt. Eigene Fehler wurden von Chris Martin mit lautem Lachen begleitet, selbstironische Sprüche wurden verteilt. Als Zuschauer fühlte man sich sofort willkommen und tanzte vor den riesigen Screens und Videos herum. Genau so farbig wie die funkkontrollierten Xylobands war auch die Setliste, Coldplay spielten ihre besten Hits wie das pumpende „Clocks“, das herzzerreissende „Fix You“ oder den Wunsch „Don’t Panic“ Hand in Hand mit neusten Krachern wie „Adventure Of A Lifetime“. Dies funktionierte, auch wenn dem Konzert oft zu viel Energie entzogen wurde – etwas weniger langsame Lieder wären wohl besser gewesen.

Dass man am Ende das Letzigrund doch glücklich strahlend verliess ,war aber kein Wunder. Denn mit ihren wunderschönen Melodien, den hochemotionalen Momenten und den mitreissenden Rhythmen verzauberte die Band alle 50’000 Anwesenden. Da liess man sich auch nicht von dem strömenden Regen zu Konzertbeginn aus dem Konzept bringen – viel eher verstärkte dies die positive Stimmung von der ersten Minute an und machte Coldplay für eine kurze Zeit zu den Helden vieler Menschen. Und mit dem ‚“Heroes“‚-Cover von David Bowie versöhnten sie sich auch mit mir für viele vergangene Fehltritte.

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