Al Pride – Hallavara (2016)

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Al Pride – Hallavara
Label: Radicalis, 2016
Format: CD in Digipak
Links: Band, Facebook
Genre: Pop, Alternative

Die Verbindung zwischen Südschweden und dem westlichen Aargau in der Schweiz ist nicht so schnell hergestellt, doch die junge Band Al Pride aus Baden fand in Hallavara genau das, was ihnen in der Heimat fehlte. Ein Albumtitel war da nur Zugabe, denn hinter dem Städtenamen verstecken sich nicht nur zehn tolle Lieder, sondern ein Album mit wunderbarer Grundstimmung und viel Abwechslung. Ob dies nun Herbst-Pop oder Frühlingsnächte-Alternative ist, kann man selber entscheiden.

„Hallavara“ bietet – wie es sich für ein reichhaltiges Buffet gehört – mehrere Geschmacksrichtungen in vielen Farben. Zu fünft haben Al Pride einen grossen Wissens- und Ideenfundus, deren Dynamik auch zwei Brüder nicht ins Wanken bringen können. Denn obwohl die Songs nur kurze Wörter als Bezeichnung tragen, darf man tief darin graben und sich immer wieder an neuen Schätzen erfreuen. Die Band erschuf auf ihrem neusten Album eine frische und angenehme Mischung aus Pop mit Morgentau, alternativem Rock und Indie, der auch ohne Filter auf Instagram herumgeistert und Leute gerne dreckig im Feld stehen lässt. Wenn sich die Orgel zwischen die Gitarren schleicht, den mehrstimmigen Gesang streichelt und der Bass glücklich brummt, dann blühen Al Pride auf. „Follower“ ist ein solches Highlight, wobei danach in „Robots“ die harten Riffs der 70er beschworen und Wände aus alten Birken gebaut werden. Es würde sich anbieten, die Badener nun mit unzähligen Bands zu vergleichen – doch man täte ihrer eigenen Identität damit Unrecht. Schliesslich ist es doch wunderbar, wenn sogar noch kurz die Bläser vorbeischauen und man aus dem schwelgerischen Wanken plötzlich in Tanzschritte ausbricht, ohne voreingenommen zu werden.

„Hallavara“ ist ein intensives Album und voller wohlklingenden Ambitionen. Egal ob man die Lieder in einer schwedischen Blockhütte oder der Blockwohnung im Aargau anhört, Al Pride transportieren uns weit weg und machen glücklich. Mit einer guten Prise Melancholie, Abenteuerlust und Fantasie zeigt die Band auf, dass man auch hierzulande aktuelle Musik im Umfeld des Pop spielen kann, ohne in die langweiligen Modeströmungen zu fallen.

Anspieltipps:
Gold, Follower, Camarro

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