Long Distance Calling – Trips (2016)

Long Distance Calling - Trips

Long Distance Calling – Trips
Label: Inside Out, 2016
Format: Download
Links: Band, Facebook
Genre: Post-Rock, Art-Rock

Da hat sich etwas getan – das denkt man nicht nur beim Betrachten des Albumtitels, sondern auch gleich wenn „Trips“ mit „Gateway“ ungewohnt viele Synthie- und Keyboardspuren auffährt. Nein, man ist mit seinem Cabrio nicht falsch abgebogen und in einem Sonnenuntergang der Achtziger gelandet – es handelt sich hiermit wahrlich um das neuste Album von Long Distance Calling. Moment, aber die Band aus Deutschland steht doch für harten und düsteren Post-Rock? Na immerhin bleibt die Musik instrumental, auch wenn alles neu wie in knalligen Farben erstrahlt. Aber nein, was ist das? Schon beim zweiten Stück „Reconnect“ singt ja ein Mann! Ist denn nichts mehr heilig?

Wenn sich Gruppen nach mehreren Jahren plötzlich aus ihrer Nische wagen und ihre Musik neu erfinden, dann ist dies immer ein Spiel mit dem Feuer. Man möchte die alten Fans ja nicht kränken, doch eine ewige Repetition beglückt auch niemanden. Long Distance Calling haben für „Trips“ somit ihre Mannschaft um zwei Herren erweitert und beglücken uns nun mit melodischem Gesang und vielen Tastenklängen. Das lockert das Musikkostüm stark auf und beschert dem Album eine grosse Abwechslung. „Lines“ besticht mit grossem Elan und Druck, besitzt grossartige Melodien und einen starken Gesang. „Plans“ klingt riesengross und trumpft mit elegischer Melancholie auf, „Traum“ stampft mit grossen Schritten durch die Felder des Post-Rock. Man findet Einschübe in Richtung Post-Hardcore, fühlt sich an den modernen Prog von TesseracT erinnert oder schwebt auf Soundwellen ins Weltall. Und trotz all diesen Momenten und Stimmungen klingt „Trips“ geschlossen und perfekt abgestimmt.

Erstaunlich, wie viele frische Energie man auf diesem neusten Werk von Long Distance Calling findet. Die Band scheint wieder Spass in ihrer Musik gefunden zu haben und hat viele Konventionen aufgelockert. Somit ist „Trips“ eine Verbindung vieler wunderbarer Aspekte diverser Welten. Egal ob man instrumentale Lieder mag, modernen Art-Rock studiert oder einfach nur mal wild abrocken will – dieses Album bereitet allen viel Freude und ist ein grossartiges Werk.

Anspieltipps:
Reconnect, Lines, Flux

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