Cold, Cold Heart – How the Other Half Live and Die (2016)

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Cold, Cold Heart – How the Other Half Live and Die
Label: Fluttery Records, 2016
Format: Download
Links: Facebook, Bandcamp
Genre: Post-Rock, Ambient

Da explodiert nichts mehr im Himmel, da fallen keine Berge um und niemand wird zerstört. Wenn das Herz kalt wird, dann ist dies hier endlich ein Grund zum Jubeln. Denn Cold, Cold Heart aus England bleiben leise und spenden dir Trost – zu verlorenen Chancen und Lebensproblemen. All dies geschieht mit Post-Rock ohne perkussiven Einsatz – „How The Other Half Live And Die“ ist eine grosse Überraschung.

Für ein Debütalbum haben sich Cold, Cold Heart das Genre der instrumentalen Rockmusik vorgenommen und entschlackt. Wieso sollten auch immer dieselben Mittel angewendet werden, wenn man sich einfach mal seelenruhig in die Hängematte legen und den Wolken zuschauen kann? Das Album startet wunderschön klar und mehrschichtig. Gitarrenmelodien und Keyboard gleiten durch die Luft, wie im Sommer flirrt das Licht über dem Boden. Was bei vielen Bands nur der Anfang und Grund wäre, sich nun in Lärm und Ausbrüchen zu verlieren, bleibt bei den Engländern das eigentliche Ziel. „How The Other Half Live And Die“ ist fast meditativ ruhig, es berührt den Ambient nicht nur, es vermengt sich damit und wird hochemotional. Erinnerungen an Sigur Rós und deren mitreissende Wirkung werden wach, als Hörer schliesst man automatisch die Augen und träumt sich zwischen den Arrangements durch die Lieder. Erstaunlich wie Cold, Cold Heart alle klassischen Mittel des Post-Rock anwenden, aber dabei nie die Lautstärke überdrehen oder ein polterndes Schlagzeug benutzen.

Feingefühl und Nachdenklichkeit, zwei Tugenden, die hier endlich wieder wahrgenommen werden. Für die ersten warmen Frühlingstage, für dunkle Nächte unter der Decke oder entspannte Abendessen mit Freunden – „How The Other Half Live And Die“ bietet sich überall an. Mit der freundlichen Musik von Cold, Cold Heart erhält man ein sorgenfreies Paket und darf endlich wieder mit Entdeckerlust in den Post-Rock eintauchen.

Anspieltipps:
Hannah, Stand/Still, An Elegy (For Martha)

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