Live: Moscow Mule, Oxil Zofingen, 16-05-14

Moscow Mule_Oxil16_MBohli

Moscow Mule
Support: Volta-Volta
Samstag 14. Mai 2016
Oxil, Zofingen

Umberto Ecco hätte an diesem Konzertabend seine wahre Freude gehabt. Denn die Auftritte von Volta-Volta und Moscow Mule hätten sich perfekt geeignet, um Beispiele für seine Studien darzustellen. Es war ein Abend mit zwei Gesichtern und spannenden Abweichungen – Konzerte mit allen Facetten. Das Oxil in Zofingen zeigte vor Saison-Schluss und heiligem Feiertag noch einmal, wie viel Kultur in der Schweiz steckt. Doch zurück zu dem grossen Autor.

Die Geschichte der Schönheit, eine Abhandlung über alles wunderbare in Kunst und Gesellschaft. Am Samstag wurde diese Seite von der Basler Gruppe Volta-Volta vertreten. Die jungen Männer liessen sich vom regnerischen Pfingstwetter nicht trüben und spielten frisch und locker ihre Musik. Man fühlte sich entweder wieder in die ungezwungenen 2000er-Jahre zurück versetzt, als Indie-Bands die Könige waren und diese hüpfenden Rhythmen alles dominierten – oder man war wieder ein kleines Mädchen und hüpfte lachend durch ein Blumenfeld. Volta-Volta mischten ihre Musik mit schmunzelndem Pop und umgarnendem Volk – liessen auch gerne die Instrumente mal akustisch und leise für sich sprechen. Dazu gesellten sich der erzählende Gesang und diese unwiderstehlichen Gitarren. Mit dieser Mischung packte die Band nicht nur ihre Fangemeinschaft, sondern hatte auch Zofingen sehr schnell im Griff und liess alle fröhlich grinsend in den Abend einsteigen.

Da war der Wechsel zur zweiten Gruppe umso intensiver. Denn wie bei Ecco erlebte man nun einen Ausschnitt aus der Geschichte der Hässlichkeit. Das Trio mit grosser Frauenquote, wunderbar verrückten Texten und krummen Klängen drang einmal mehr eigenständig und überraschend in den Post-Punk ein. Dank ausgewürfelter Setliste und neuen Liedern wurden meine Bedenken, diese Zofinger Gruppe zu oft zu sehen, hinweggefegt. Was ich mir als repetitive Sache vorstellte war unterhaltsam, frisch und immer herrlich verschroben. In glitzernde Kleider gehüllt sangen und spielten Désirée Graber und Cheryl Marti die düsteren, aber doch verschmitzten Songs – hinter ihnen zeigte Luca Marti sein druckvolles Schlagzeugspiel.

Obwohl die Gruppe immer den Humor in der Musik findet, leben ihre Stücke doch vor allem von den Schattenseiten und interessanten Harmonien. Wohlklang findet man woanders, hier dürfen Instrumente und Stimmen anecken und auch mal für hochgezogene Augenbrauen sorgen. Moscow Mule blieben aber immer tanzbar und bewiesen mit ihren neusten Songs, dass die klangliche Forschung immer neue Wege geht und der Esel bestimmt nicht stur stehen bleibt. Die Gruppe bleibt sehr spannend und anders – und bildete zusammen mit Volta-Volta alle Aspekte des Lebens an einem Abend ab.

Volta-Volta_Oxil_MBohli

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s