Conrad Keely – Original Machines (2016)

Conrad Keely - Original Machines

Conrad Keely – Original Machines
Label: Superball, 2016
Format: Download
Links: Discogs, Künstler
Genre: Alternative, Rock, Prog

Lange war seine Welt geprägt von Chaos, Wut und Energie. So viel, dass seine Musik ein schier unzähmbares Biest wurde, das nach allen Richtungen seine Pranken schlug und dabei weder vor Mensch noch Material Rücksicht nahm. Egal ob Instrumente und Hotelzimmer zu Bruch gingen, Konzerte in zerstörerischen Lärm endeten oder Genres wie Prog und Rock gewaltsam zerbrochen wurden – Ruhe und Gelassenheit fand man auf dem Weg der Toten selten. Doch nun änderte sich alles, die Rückkehr in die selbst gewählte Heimat brachte Besinnung, Glück und die Selbstfindung. Conrad Keely (bekannt als Frontmann von …And You Will Know Us By The Trail Of Dead) veröffentlicht sein erstes Soloalbum.

Phnom Penh ist eine wunderschöne und traditionsreiche Stadt, der Hauptort von Kambodscha. Conrad Keely zog 2012 an diesen Ort, um der Hektik und dem Wahnsinn des amerikanischen Lebens zu entfliehen. Er bereiste das Land, ohne die Sprache zu kennen und entwarf aus diesen Erfahrungen viele Songideen auf Tour, nun gesammelt in „Original Machines“. 24 Lieder erwarten den Hörer, eine variantenreiche und vielfältige Reise in die musikalische Wahrnehmung des Künstlers. Obwohl etwas sanftmütiger als vor einigen Jahren, enthalten die Stücke eine Energie und oft auch Rastlosigkeit. Der Alternative Rock wird mit vielen elektronischen Mitteln aufgepeppt, Gitarren kreisen wild und unhaltbar um die Melodien. Das Schlagzeug rumpelt durch Prog-Punk, der Noise erkämpft sich immer wieder Arrangements zurück. Trotzdem liegt über dem Album ein Gefühl des Pop, der romantischen Ader Keelys. Immer wieder erhält man glitzernde Augen von seinen erwärmenden Ideen, immer wieder hüpft man wild zu seinen Ausbrüchen im Zimmer herum. Doch dabei bemerkt man das Problem des Albums: Die Lieder sind alle viel zu kurz, um ihren wunderbaren Ideen den verdienten Platz zu bieten. Sobald man sich wohlig einnisten möchte, erklingt bereits der nächste Song. Dadurch wirkt „Original Machines“ leider kohärenzlos.

An Ideen und Inspiration mangelte es Conrad Keely noch nie, dies beweist auch sein erster Gehversuch ohne Band und Zügel. Doch leider versucht der Musiker hier alles rein zubringen und mindert somit die Qualität einzelner Momente gleich selber. Die Lieder funktionieren als einzeln gehörte Perlen viel besser als im gesamten Albumkontext. Dies ist sehr schade, denn „Original Machines“ erscheint somit viel mittelmässiger, als es eigentlich sein könnte. Wenn Keely beim nächsten Mal die Songzahl halbiert, steht uns wieder ein grosser Wurf ins Haus.

Anspieltipps:
Warm Insurrection, Engines Of The Dark, Drive Back To Phnom Penh

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