Frequency Drift – Last (2016)

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Frequency Drift – Last
Label: Gentle Art Of Music, 2016
Format: CD
Links: Discogs, Band
Genre: Progressive Rock, Art-Rock

Gewisse Genres in der weiten Landschaft der Musik hatten schon immer eine grosse Assoziation zu Bildern und Gedankenkonstrukten – der Progressive Rock spielt in diesen Themen seit Jahrzehnten eine Vorreiterrolle. Mit ausufernden Kompositionen, übertriebenen Emotionen und dem Mut zu selten gehörten Instrumenten entstehen in diesem Stil schnell fremdartige Planeten und Wesen durch die Klänge. Frequency Drift aus Bayreuth gehören seit sechs Alben zu den Vertretern des cineastischen Prog und setzen alles auf erlebbare Lieder.

„Last“ zeigt dabei von der ersten bis zur letzten Sekunde, dass man mit sechs Musikerinnen und Musikern eine grosse Klangkulisse aufbauen, sich aber trotzdem in Zurückhaltung üben kann. Wenn die Arrangements in „Diary“ plötzlich die lauten Gitarren und das wuchtige Schlagzeug in den Hintergrund verfrachten, dafür aber Mellotron oder Theremin die Hauptrolle einnehmen, dann schliesst man automatisch die Augen, um die Feinheiten nicht zu verpassen. Melanie Mau leitet die Band mit ihrer ausdrucksstarken Stimme durch solche Wechsel und lässt die sinfonischen Aspekte eintreten. Natürlich erinnern Frequency Drift mit ihrer Musik oft an Bands, die mit ihren Saiten Drachen strangulieren und Burgen aus Basstönen bauen. Glücklicherweise hat die Gruppe aber genügend frische Ideen, um nicht in diese Fettnäpfchen zu treten. Epik und Intensität begleiten den Hörer durch „Last“, lassen aber genügend Raum um zu atmen. Sicherlich fordert die Musik heraus, besonders wenn plötzlich eine Orgel mit viel Hall den Thronsaal füllt und Frau Mau ihre Stimmen um die E-Harfe wickelt. Der Folk ist dann in Griffweite und bei „Shade“ denkt man plötzlich an die alten Genesis-Scheiben.

„Last“ zeigt Frequency Drift von ihrer experimentierfreudigen Seite, der Art-Prog wächst auf dem Album zu einem grossen Theaterstück an, kleidet sich in Rüschen und Samt, schleicht dann in dunklen Gängen zu den Kerkern. Sicherlich benötigt ein solches Album eine Affinität zur überschwänglichen Präsentation, wer aber gerne theatralischen Rock hört und sich bei Erinnerungen an die Oper nicht gleich hinter dem Ofen versteckt, der findet hier viele aufregende Momente und Lieder. Beeindruckend und gelungen ist diese Musik auf jeden Fall.

Anspieltipps:
Diary, Shade, Last Photo

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