Deftones – Gore (2016)

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Deftones – Gore
Label: Reprise Records, 2016
Format: CD
Links: Discogs, Band
Genre: Nu-Metal, Rock

Huch, irgendwie klingt dies zwar nach Deftones, aber eben dann doch an die Erinnerung der Nebenbands. Egal ob mit Palms oder Crosses, Chino Moreno war in letzter Zeit nicht untätig. Mit „Gore“ erscheint aber nun endlich das neuste Werk der Nu-Metal-Legende und lässt dabei alles beim Alten. Ist das achte Album etwas das erst, welches seine Vorgänger nicht noch um einen Fausthieb übertrifft? Oder haben sich die Musiker etwa so gut an ihr Umfeld gewohnt, dass man als Hörer mit der Perfektion nicht mehr klar kommt?

Man sollte nicht immer jammern oder das Salz in der Suppe suchen, denn wenn eine Band wie Deftones mit ihrem neusten Album immer wieder begeistern kann und dabei die eigenen Stärken noch mehr ausbaut, dann kann man ja nur glücklich sein. Somit ist auch „Gore“ eine wahre Pracht: Die schleppenden und krummen Gitarrenriffs, Morenos melancholischer und doch langsam wandelbarer Gesang, die rudimentäre und doch erschütternde Rhythmusarbeit- und immer wieder diese Ausbrüche und Breaks. Was die Gruppe aus Sacramento vor Jahren unwiderstehlich gemacht hat gibt auch hier noch den Ton an. Selten wird die Härte aus dem Metal und das sehnliche aus den Post-Genres so perfekt vermengt wie bei den Deftones. Doch was auf „Gore“ etwas fehlt sind die Songs, die sofort zünden und dann tagelang im Kopf bleiben. Die Scheibe ist eher zaghafter und muss erarbeitet werden. Es lauern überall klangliche Finessen und Überraschungen, man muss aber schon dahin gelangen wollen.

Wären Deftones eine Bank, dann erhielt man bei ihnen gute Zinsen, sichere Möglichkeit zum anlegen und garantierte Laufdauer für viele Jahre. „Gore“ löst nämlich alle Versprechen der Vorgänger ein und findet immer wieder neue Wege um den Nu-Metal cool klingen zu lassen. Wer schon immer gerne mit der Band schwelgte und das Rotweinglas dazu an die Wand schmiss, der findet auch hier das perfekte Album. Wer das Gefühl hatte, die Gruppe wiederholte sich bereits mit „Koi No Yokan“, der sollte wohl besser gut reinhören.

Anspieltipps:
Acid Hologram, Geometric Headdress, Phantom Bride

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