Motorpsycho – Here Be Monsters (2016)

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Motorpsycho – Here Be Monsters
Label: Stickman Records, 2016
Format: Vinyl im Gatefold, mit CD
Links: Discogs, Band
Genre: Psychedelic Rock, Retro-Rock

So langsam glaube ich, die Referenzen der Albumtitel beziehen sich auf die Musiker hinter Motorpsycho selber. Denn was die norwegische Band seit Jahrzehnten vollbringt, kann unmöglich von Menschenhand geschaffen sein. Monster und Fabelwesen haben bestimmt ihre Klauen im Spiel und leiten die Künstler auf ihrem Weg. Denn warum sollte sonst eine trocken anmutende Auftragsarbeit zum 100. Geburtstag des Norwegischen Technischen Museums zu einem weiteren Meisterwerk in Folge anwachsen? Voller genial geschriebener und gespielter Rockmusik? Eben, das schafft doch niemand in dieser Frequenz.

„Here Be Monsters“ ist aber auch eine kleine Rückbesinnung, ein Gesundschrumpfen. Als die neue Musik aufgenommen wurde, konnte das Mitglied Ståle Storløkken leider nicht teilnehmen und machte dafür mehr Platz für Thomas Henriksen. Dieser drückt an den Synths und Orgeln genau so heftig auf die Tasten und der Umstand wird nie zu einem negativen Punkt. Dabei wandelt sich auch die Stimmung des Albums, denn Motorpsycho nehmen wieder etwas Abstand vom schweren und komplexen Prog der letzten paar Veröffentlichungen. Lieder wie „Lacuna / Sunrise“ oder „I.M.S.“ zeigen die Gruppe wieder im entspannteren Gebiet des psychedelischen und retroaktiven Rock. Die Musiker nehmen sich Zeit für ihre Figuren und Melodien, formen genüsslich die Akkorde um und lassen die Stücke auf perfekter Höhe schweben. Monster schleichen sich auch in der Musik ein, denn mit „Spin, Spin, Spin“ covern Motorpsycho H.P. Lovecraft aus den USA und landen mit gewellten Haaren in San Francisco. Wer sich mit den Norwegern auskennt, der denkt wieder zurück an „Timothy’s Monster“ oder „It’s A Love Cult“. Natürlich betören weiterhin die genialen Gitarrenmelodien, der groovende Bass und die hypnotischen Schlagzeugmuster – jetzt aber auch mit Chorgesang und fliegender Harmonie.

„Here Be Monsters“ fliesst, ist in sich geschlossen und eine weitere, perfekte Platte aus dem nordischen Kosmos des Rocks. Motorpsycho können komponieren was sie wollen, ihre Lieder sind immer vollendeter als die der Konkurrenz. Dass sich ihre neuste Platte nun wieder zugänglicher zeigt ist schön, denn man kann das Album gleich von Anfang an lieben. Und mit den süssen Fledermäusen auf dem Cover wird man schon im Design auf die richtige Fährte gelockt: Reduziert und doch perfekt ausgeführt.

Anspieltipps:
Lacuna/Sunrise, Spin Spin Spin, Big Black Dog

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