Zlang Zlut – Crossbow Kicks (2016)

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Zlang Zlut – Crossbow Kicks
Label: Czar Of Crickets, 2016
Format: CD in Digipak
Links: Bandcamp, Band
Genre: Rock, Alternative

Immer diese Zwei-Mann-Bands – irgendwie vermögen mich solche Duos selten wirklich zu fesseln. Ein Instrument kommt immer zu kurz, etwas wird immer zu stark weggelassen. Doch zu jeder Regel gehört auch mindestens eine Ausnahme, das wissen wir spätestens seit dem Französischunterricht. Die Rolle des verändernden Faktors spielen hier Zlang Zlut, eine Band aus Basel mit Cellist Beat Schneider sowie Schlagzeuger und Sänger Fran Lorkovic. Das liest sicht nicht nur interessant anders, sondern erinnert gleich etwas an Egopusher. Im Gegensatz zu den frischen Zürcher Jungs beackern Zlang Zlut das Feld des kräftigen Rock seit sechs Jahren – und legen mit „Crossbow Kicks“ nun ihr zweites Album vor.

Dabei machen die Männer gleich von Anfang an klar, dass hier niemand mit dem Bogen gestreichelt wird. Denn Schneider bearbeitet sein Cello wie ein Gitarre, haut ein knackendes Riff nach dem anderen heraus und drückt aus allen Takten den letzten Saft. Da verkommt das Schlagzeug manchmal fast selber zur Nebensache, bis es sich vom Staunen erholt und wild herumtobt. Breaks, harte Beats und gewirbelte Figuren – die Lieder auf „Crossbow Kicks“ geben alles. Doch nur gerade Strassen herunterzubrettern wäre mit der Zeit auch zu langweilig, darum weiss das Duo immer wieder Schickanen einzubauen. Erinnerungen an Faith No More und andere Akrobaten werden wach, „Against The Wall“ zeigt zum ersten Mal im Gesang und den Harmonien viel Biss. Von da an kennt die Gruppe keine Hemmungen mehr und zerlegt zuerst die Garage und dann gleich die ganze Nachbarschaft. Obwohl die beiden Musiker mit nur wenigen Mitteln agieren, schaffen sie doch, über das gesamte Album eine Spannung aufzubauen und aus den Fellen und Saiten immer wieder Überraschendes herauszuholen. Effekte kommen zur Hilfe, Sturmgewitter übernehmen.

Zlang Zlut sind ein versiertes Duo, die sich von niemandem etwas vormachen lassen. Wieso also nicht ein klassisches Instrument mit dem Grundstein des Rockerschweisses kombinieren, alternativen Rock mit ungestümer Punkeinstellung aufmischen und alles frisch und heiss auf eine Platte pressen? „Crossbow Kicks“ macht Laune und lässt sich immer gut hören, denn die schulische Ausbildung der Herren garantiert eine Vielfalt und ein intelligenter Angriff auf die Rock-Konventionen. So etwas sorgt für gern gehörte Wellen im Rhein.

Anspieltipps:
Shake Me Up, Against The Wall, Freedom Is A Bitch

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