Live: a-ha, Hallenstadion Zürich, 16-04-04

Bilder von Anna Wirz: http://awfoto.ch/

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A-ha
Support: Max von Milland
Montag 04. April 2016
Hallenstadion, Zürich Oerlikon
Setliste
Bilder: Anna Wirz

Jeder hat eine verbindende Geschichte mit a-ha – und genau darum füllen die Herren aus Norwegen 34 Jahre nach ihrer Gründung noch immer die grossen Hallen. Meine Verbindung beginnt in der Kindheit, bei James Bond und somit einer meiner ersten CDs. „The Living Daylights“ ist ein altes Lied, das im Hallenstadion erst spät Zürich erbeben liess. Doch man traf sich in der Mitte – wohl das Motto des gesamten Abends. Und egal, mit welchem Gefühl man nach Hause ging: Etwas Bitteres blieb haften, und schnell waren viele Dinge bereits wieder vergessen.

Die Schweiz liegt zwischen Schweden und dem Südtirol, Support Max von Milland brachte seine Heimat trotzdem in den grossen Saal. Auf Mundart spielte er hübsche und geerdete Lieder, lief dabei aber oft Gefahr, in Richtung Schlager-Pop abzudriften. Man schunkelte lieber, als sich mit Schmiss ins Konzert zu stürzen. Keyboarderin und Schlagzeuger setzten ihre Akzente, wundersames geschah aber nicht. Obwohl, falsch als Vorgruppe für a-ha war dies nicht unbedingt. Denn auch die Helden von früher wissen, wie man mit Bergen von Zucker umgehen muss. Max zeigte somit volksverbunden und wusste die Zuschauer schon bald zu packen. Seine ehrliche Art konnte man nur mögen.

Wobei das wahre Schauspiel und Theater natürlich erst mit der Synth-Pop Band aus dem Norden begann. Plötzlich hallte lautes Donnergrollen durch das Stadion, und unter Lichtblitzen betraten drei Musiker und eine Sängerin die Bühne. Erstaunlich, dass sich a-ha live von einer solch grossen Band unterstützen lassen. Diese drückte gleich von Anfang an auf das Pedal und holte alles aus den Popsongs heraus. Der wahre Jubel galt aber natürlich dem Kerntrio, das sich kurz danach dazugesellte und den Abend mit „I’ve Been Losing You“ startete. Und plötzlich stockte alles. Frontmann Morten Harket bewegte sich kaum, verzog keine Miene und sang schier emotionslos. Auch Pal und Magne blieben meist an einem Fleck stehen, die Songs knallten ohne Begeisterung auf die Massen herunter. Als bei „Move To Memphis“ auf den Screens alte und halb zerfallene Gebäude gezeigt wurden, konnte man nicht anders, als dies als Sinnbild für a-ha zu sehen. Die Gruppe zeigte sich leider verloren und lustlos, das Konzert war vor allem zu Beginn ein merkwürdiger Mix aus älteren Liedern und neuen Langweilern. Eine Schlagerparty ohne Kraft, ein Pop-Konzert ohne Sexappeal.

Die Leute störte dies nicht gross, jeder Song wurde beklatscht. Wahre Euphorie kam jedoch erst gegen Schluss der Darbietung auf. Die meisten Zuschauer waren sowieso nur wegen Klassikern wie „The Sun Always Shines On TV“, „Hunting High Or Low“ und natürlich „Take On Me“ erschienen – und begannen jetzt endlich zu hüpfen und johlen. Zu spät, um den Abend zu retten, denn die Musik von a-ha ist eingerostet und nicht mehr relevant. Wobei sich die Band an diesem Abend zu viele Hürden selbst in den Weg gelegt hatte. Wieso nicht bereits in der Mitte des Konzertes ein paar solcher Knaller raushauen? Schliesslich versuchte auch die Lichtshow alles grösser zu gestalten, als es war. Man traf sich in der Mitte und sprach plötzlich nur noch von Erinnerungen – und nicht dem eben Erlebten.

Bilder von Anna Wirz: http://awfoto.ch/

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3 Kommentare

  1. Sehr schade. Hätte mich fast durchgerungen mir Konzertkarten zu holen. Aber wenn das so runtergespielt wird, dann tut man wohl gut daran anders mit dem Geld anzustellen.

    1. Na dies ist nur meine Meinung, für mich war es einfach zu eingerostet. Man könnte fast denken, die machen dies nur noch wegen dem Geld? 😉
      Viele die-hard-fans fanden es super. Aber ja, bei Lieblingsbands ist das immer so eine Sache.

      1. Läuft ja aufs selbe hinaus. Ist schade, aber wenn man so einen Eindruck hat, dann kommt man selten wieder davon los finde ich. Und wenn dann noch das Publikum so… die meiste Zeit über neutral bleibt. Nee, dann macht es auch einem eingefleischten Fan keinen Spaß.

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