Joe Volk – Happenings And Killings (2016)

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Joe Volk – HappeningsAndKillings
Label: Glitterhouse, 2016
Format: CD im Digipak
Links: Discogs, Künstler
Genre: Folk, Rock, Singer-Songwriter

Die südenglische Stadt Bristol kennt man weniger als Herkunftsort von ruhiger und intimer Musik. Obwohl viele Bands ihren Ursprung in dem Ort fanden, denkt man dabei eher an tiefe und laute Bässe, heftige Riffs und mitreissende Synthwände. Joe Volk schiebt nun all dies beiseite und präsentiert mit seinem neusten Album eine Abkehr seiner eigenen Vergangenheit und eine Schatztruhe aus leisen Tönen und Besinnung. Und erreicht trotzdem eine wuchtige Wirkung.

Joe Volk spielte früher bei Crippled Black Phoenix Gitarre und kennt somit die Welt des wilden Art-Rock, hat sich nun aber etwas beruhigt und lebt in Bern in der Schweiz. Für sein Soloalbum „HappeningsAndKillings“ buchte er Studios in seiner Wahlheimat und weiteren Städten, um dort den Folk und das Singer-Songwritertum neu zu definieren. Versponnene Lieder nahm der Musiker auf, ein Album wie eine Schatzkiste voller versteckter Diamanten und sanft glitzernden Schmuckstücken. Dazwischen liegen Fäden, die man entwirren und neu spinnen kann. Seien es verzweigte Gitarrenmelodien, brummende Basslinien oder Keyboardflecken – das Album startet so tief wie ruhig. Joe Volk bleibt mit seiner Musik immer wunderschön und erinnert dabei gerne an Grössen wie Sufjan Stevens. Obwohl die Songs leise und zahm erscheinen, bieten sie unzählige Spuren voller Instrumente und Harmonien, man spürt die wuchtige Vergangenheit des Musikers. Genial vermischt er diverse Genres und weiss seine Klänge ohne grosses Aufsehen auf neue Ebenen zu transportieren. Elektronik mischt sich in den Folk, Synthflächen und Sprachsamples erobern „Is Pyramid“, ein Orkan steigt auf. Keiner konnte es ahnen, aber genau so schnell wird alles wieder gemächlicher.

Genial zaubert Joe Volk hier experimentellen Singer-Songwriter hervor, lässt Musik voller Emotion aufblühen und die Zurückhaltung grossartig aussehen. „HappeningsAndKillings“ besitzt sehr viel Grazie und steckt voller bewundernswerter Musik. Man will das Werk alleine hören und seine innersten Geheimnisse nach aussen kehren – gleichzeitig aber jede Sekunde und jeden Ton mit den liebsten und besten Menschen auf der Welt teilen. Sofort. Laut. Immer. Eine Meisterleistung für die introvertierte Masse.

Anspieltipps:

Soliloquy, The Thief Of Ideals, Is Pyramid, Yellow Sneak

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