Spectateur – Yateveo (2016)

Speactateur_Yateveo

Spectateur – Yateveo
Label: The French Touch Connection, 2016
Format: Download
Links: FacebookBandcamp
Genre: Hip-Hop, Beats, Electronica

Schon fast lakonisch kündigt das Label The French Touch Connection die neuste Scheibe vom französischen Beat-Bastler Spectateur an: Elf Stücke, davon neun instrumental gehalten und zwei mit Rap. Dabei lauert hinter „Yateveo“ doch so viel mehr als nur diese einschränkenden Prinzipien des Hip-Hop und der Beats. Natürlich geht es hier vordergründig um die Beats, um den Eindruck und die krass verschränkten Arme. Doch Spectateur ist auch ein Verfechter der Melodien und Synths – eine tolle Mischung.

„Hip Hop / It’s Bigger Than You And I“, darum umgibt sich der Musiker aus Angers gerne mit Freunden und Gleichgesinnten. Bei Tracks wie „GMOS“ lässt er seine Klänge dazu gerne etwas in den Hintergrund treten, die Beats bleiben reduziert. Aber auch da kann es der Künstler nicht lassen und lässt immer wieder Synthspuren und Keyboardlaute zwischen die Sätze tropfen. „Yateveo“ ist ein netter Wolf im Schafspelz, besonders dann, wenn sich die Musik alleine austoben darf. Wer dann reine Beats erwartet wird entführt, denn plötzlich gaukelt einem die Platte Trip-Hop und Electronica vor. Man sitz nickend auf dem Sofa und gönnt sich ein Drink zu „Sorry“, besucht den Tron-Club mit Daft Punk mit „Skylus“ und lebt die multikulturellen Aspekte Frankreichs bei „Bipolar Every Days“. Denn die Klänge aus den Computern und Drum-Machines wirken nie wie Roboter, sondern wie nette Leute und lebensfrohe Gestalten. Wenn sich die Takte beim Intervalltraining duellieren, hört man entzückt zu und geniesst die ruhigen sowie die heftigen Momente ohne Gehetze.

Spectateur hat hier Klangwelten geschaffen, die zwar aus einem Genre mit fetten Autos und noch fetteren Wörtern stammen, in ihrer Reinheit aber umso stärker strahlen können. Seine Tracks sind immer spannend und man ist froh, dass die Melodien und Beats nicht durch Sprechgesang verdeckt werden. Für alle, die also wieder einmal mit verschränkten Armen im Wohnzimmer wippen und dabei doch die elektronischen Spielereien grinsend verfolgen möchten, „Yateveo“ ist ein wunderbar passendes Album.

Anspieltipps:
GMOS, Bipolar Every Days, Skylus

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