Pet Shop Boys – Release (2002)

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Pet Shop Boys – Release
Label: Parlophone, 2002
Format: CD in Schuber
Links: Discogs, Band
Genre: Pop, Electronica

Eigentlich wollte das Duo aus England nur ein paar neue Songs für ihre damals geplante Compilation aufnehmen, und schon ergab sich ein neues Studioalbum. Die Kreativität soll man schliesslich nicht stoppen, und somit erschien 2002 das achte Album der Pet Shop Boys unter dem eher merkwürdigen Namen „Release“. Hinter dem schmucken Glanzschuber mit Rosenprägung verbergen sich zehn typische Lieder der Tierhandlungsknaben – leider oft etwas zu zahm.

Es klingt etwas böse, doch der Begriff Soft-Rock passt meistens ganz gut zu dieser Platte. Songs wie „Birthday Boy“ plätschern sanft vor sich hin und versetzen kein Gemüt in Aufregung. Gitarrenakkorde, flötende Synths und weiches Schlagzeug, hier sind die Musiker weit weg von ihren bekannten Discoknallern und Tanzhits. Auch wenn sich immer wieder Beats und Klangverfremdungen einschleichen muss man nie Angst haben, dass die Lieder Gefangene machen. Diese zärtliche Seite kennt man natürlich genau so gut von den Pet Shop Boys wie die verschmitzte – und so lässt man sich gerne von dem eher melancholischen Gesang wiegeln und von den Harmonien ein Glas Wein servieren. Und bereits mit den ersten beiden Stücken haben die Herren Tennant und Lowe zwei Pop-Meisterwerke erschaffen. „Home And Dry“ und „I Get Along“ kennt wohl jeder, der sich nicht komplett vor populärer Musik verschlossen hat. Da fällt schnell auf, dass sich die Lieder oft auf die Gitarre stützen und sich „Release“ somit von anderen Werken der Pet Shop Boys distanziert. Dies gefiel jedoch nicht allen gleich gut, das Album war kein grosser Hit und die Gruppe kehrte bald wieder zu den Dance-Anleihen zurück.

„Release“ ist bestimmt kein Muss, wer sich aber mit einer anderen Form der Pet Shop Boys beschäftigen will, der findet hier viele spannende Momente. „The Samurai In Autumn“ bringt die Dunkelheit zurück, „You Choose“ macht gleich mit Band und Hörer Urlaub in der Karibik, „Love Is A Catastrophe“ erinnert irgendwie an die Sehnsucht von James Bond. Man kauft die Scheibe wegen den offensichtlichen Hits und merkt plötzlich, dass unter der Oberfläche doch mehr lauert.

Anspieltipps:
Home And Dry, I Get Along, The Samurai In Autumn

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