School Of Seven Bells – SVIIB (2016)

School of seven bells_SVIIB_MBohli

School Of Seven Bells – SVIIB
Label: Full Time Hobby, 2016
Format: Vinyl mit Downloadcode
Links: Discogs, Band
Genre: Shoegaze, Alternative, Synth-Pop

„SVIIB“ ist ein Album, das ich eigentlich nie erwartet habe und eigentlich auch nie hören wollte. School Of Seven Bells ist eine dieser Bands, die mich mit nur einem Album komplett verzaubern konnten. „Ghostory“ zeigte mir 2012 auf, wie man Shoegaze erfolgreich in das 21. Jahrhundert transportieren und dabei Synth-Pop und Anleihen der Achtziger wunderbar darin einbringen kann. Doch leider fand alles mit dem tieftraurigen Krebstod von Benjamin Curtis ein unerwartet rasches Ende.

„Open your eyes, love / ‚Cause you’ve been sleeping / It’s getting hard to bear, watching you all alone / I know your heart is broken / And you’ve been weeping / But I’ve been waiting here patiently for too long / You are my pain, love / You are my sorrow / Can’t you see we’re the same?“ Was will man hier noch hinzufügen? Obwohl Alejandra Deheza den Text clever einer zerbrochenen Beziehung zuschreibt, drückt für die Hörer hier doch den Abschied auf Curtis durch. „SVIIB“ soll aber kein Moment der Trauer sein, sondern das Vermächtnis und der vollendete Abschied, ein letztes Aufbegehren und eine Weiterführung. Somit lebt das Album von seinen flirrenden Gitarren, seinen treibenden Rhythmen und den süssen und schönen Keyboardmelodien. Die Lieder schwanken zwischen Melancholie und versteckter Freude und leben konstant von einer Sehnsucht. Curtis hat vor seinem Tod noch Instrumentalspuren aufgenommen und viel Produktionsarbeit geleistet, somit schwebt über allem sein Genie und Geist. Nicht immer vermag die Platte dem gerecht zu werden, besonders in der Mitte hängt alles etwas unsicher in der Luft. Doch zum Ende hin tanzt man wieder mit Tränen in den Augen über die Bodenplatten.

Somit ist diese Platte nicht einfach ein viertes Album einer Band, sondern ein Abschied, ein Schwanengesang, eine Unmöglichkeit. Dass Brandon Curtis nie wieder solche Songs schreiben wird, dass man nie wieder neue Gitarren- und Synthklänge von ihm vernehmen wird, das ist verdammt hart. „SVIIB“ zerreisst mir das Herz, aber nimmt mich zum Glück dann in die Arme. Die Band wird nicht für alle verständlich sein, auch nicht mit diesem letzten Lebenszeichen. Für alle Fans ist es aber der rettende Anker und trotzdem der Todesstoss. Wie alles von Curtis, dunkel und wunderschön.

Anspieltipps:
On My Heart, Open Your Eyes, Signals, Music Takes Me

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s