Spock’s Beard – The First Twenty Years (2015)

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Spock’s Beard – The First Twenty Years
Label: InsideOut, 2015
Format: Download
Links: Discogs, Band
Genre: Progressive Rock, Symphonic

Wie gut steht einem mit zwanzig ein Bart? Schwierig und je nach Typ zu beantworten, die Prog-Veteranen aus den Staaten tragen einen solchen aber bereits seit 1992 mit Stolz. Zu Recht auch, haben sie es Mitte der 90er Jahre doch geschafft, die scheintote Szene des Progressive Rock neu zu beleben. Sicherlich jubelte nicht jeder, gerade weil die Musik von Spock’s Beard schon immer für sehr viel Melodie stand. Doch die neuste Zusammenstellung „The First Twenty Years“ beweist, die Mannen konnten und können was.

Wie es sich für den Prog gehört, erwarten den Hörer auf zwei CDs viele Longtracks und überschwängliche Melodienbögen, Taktwechsel und Satzgesänge. Mit einer Mischung aus Chronologie und klanglich passender Zusammenstellung leben Retro-Prog, AOR und sinfonischer Kitsch aus Amerika neu auf. Die erste Phase der Geschichte von Spock’s Beard erinnerte mich immer an Genesis. Eine Band haut eine grosse Platte nach der anderen heraus, dann folgt ein Doppelalbum und der Frontmann und Tonangeber nimmt den Hut. Was Peter Gabriel kann, macht Neal Morse im Schlaf. Bevor sich der Sänger, Gitarrist und Keyboarder aber gänzlich der Religion zuwandte, steuerte er den Prog-Kreuzer durch Meere grossartiger Songs. Wie wunderschön dies in den besten Momenten klang, zeigen „June“ oder das euphorische „At The End Of The Day“. Wie toll komplex und mit nettem Gruss an Gentle Giant damals der Auftakt von „Thoughts“ doch war. Und was für eine Strahlkraft die erste Begegnung „The Light“ bis heute hat! Da verzeiht man der Band sogar, dass nach dem Ausstieg von Morse vor allem der durchschnittliche AOR und Hardrock herrschte. Die Kompilation umgeht zwar die Falle der nichtssagenden Songs, fügt auch auf der zweiten Scheibe Lieder mit Neal ein – kann die Veränderung aber nicht verstecken. Spocks‘ Beard befanden sich in den 90er klar in ihrer Hochphase und konnten bis heute nicht daran anschliessen. Dies belegt auch die Dokumentation auf der DVD, welche dem Set beiliegt.

Wenn sich am Ende alle ehemaligen und aktuellen Mitglieder der Bärte beim neuen Lied „Falling To Forever“ die Instrumente in die Hand geben, hat dies schon eine freudige Wirkung. Man erkennt klar die Handschrift von Neal Morse, all seine Markenzeichen sind vorhanden. Trotzdem gefallen auch die neuen Elemente und mischen sich zu einem flotten Longtrack voller Spielfreude und wilden Wechsel zwischen lauten und melodischen Stellen. Wie halt die Bandgeschichte auch. Zwanzig Jahre sind geschafft, mit neuem Mut und Ideen ist die Zukunft wieder ein offenes Blatt und Spock’s Beard sind bereit, es voll zu schreiben.

Anspieltipps:
The Light, June, At The End Of The Day, Falling For Forever

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