Steven Wilson – 4½ (2016)

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Steven Wilson – 4½
Label: Kscope, 2016
Format: Vinyl mit Download
Links: Discogs, Künstler
Genre: Prog, Rock, Art-Rock

Ich kriege nicht genug von diesem wunderbaren langhaarigen, barfüssigen und brillentragenden Musikgenie. Egal wie oft ich neue Alben von ihm höre, Konzerte besuche und über Lieder schreibe, es ist immer zu wenig. Passend dazu ist natürlich der Umstand, dass Steven Wilson unermüdlich an seinem Erbe arbeitet und Meisterwerk um Meisterwerk raushaut. Wobei „4½“ im eigentlichen Sinne kein Album darstellt. Wilson vermengt auf dieser neuen Platte unbenutzte Lieder von „Hand.Cannot.Erase.“, ein Schatten vom Raben und eine Neuaufnahme eines bekannten Freundes.

„My Book Of Regrets“ eröffnet den Zwitter aus EP und LP und spielt auf jeder Position. Das Lied nimmt die wilden Tanzschritte des Prog an, schwelgt in der emotionalen Verteidigung des Art-Rock und tangiert während den zwölf Minuten alle Bereiche des Wilson-Kosmos. Erstaunlich ist hierbei, dass es mit seiner Wucht und Kühnheit nicht den Ton des Albums angibt, sondern für sich alleine steht. Die folgenden Stücke bleiben eher zahm und geniessen Schönheit in ihrer Form. Wegen seiner intensiven Form und Geschlossenheit bot der Vorgänger keinen Platz für die instrumental gehaltenen Zwischenspiele wie „Year Of The Plague“, hier erhalten sie aber endlich die verdiente Plattform. Denn qualitativ steht „4½“ weder im Schatten der grossen Alben, noch will es eine Resteverwertung darstellen. Schliesslich würde kein Künstler einen solch göttlichen Refrain wie bei „Happiness III“ freiwillig zurückhalten und als Nebensache abtun – oder die grossartigen Breaks und Wechsel bei „Vermillioncore“ in der Hütte verstecken. Und dank der traumhaften Stimme von Ninet Tayeb fügt sich auch „Don’t Hate Me“ perfekt ein. Weg mit Porcupine Tree und Vergangenheit, her mit Zukunft und Eigenständigkeit.

Steven Wilson bleibt sich seiner Kunst und Darstellung auch bei „4½“ treu, man findet sich schnell ein und schmiegt sich an die Instrumente und Gesänge. Obwohl alle Lieder wunderschön sind, wünscht man sich am Ende doch, die Platte wäre doppelt so lang und weniger auf Kurzstücken basierend. Konzeptuell wird man hier schliesslich nicht so stark verwöhnt wie bei der Hand. Trotzdem, ein Muss für alle Fans, Freunde und Geniesser des modernen Art-Rock.

Anspieltipps:
My Book Of Regrets, Happiness III, Vermillioncore

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