heklAa – Songs In F (2015)

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heklAa – Songs In F
Label: Fluttery Records, 2015
Format: Download
Links: Bandcamp, Künstler
Genre: Post-Rock, Klassik

Sébastien Touraton, du machst das extra, oder? Zuerst benennst du dein Soloprojekt nach einem Vulkan in Island. Dann begibst du dich für zwei Reisen auf die Insel und kommst mit Songs zurück, die an Sigur Ros erinnern und mich als Autor fast zwingen, die alten Klischees über Post-Rock auszugraben. Dabei wäre es doch gerade in dieser Musikrichtung wichtig, neue Wörter für die Klänge zu finden. Schliesslich handelt es sich bei „Songs In F“ um ein Album, dass den Hörer mit grossartigen Kompositionen zum Träumen bringt. Egal ob man sich unter einer dicken Eisschicht wähnt oder in Ströme voller Lava stürzt, heklAa ist ein Ereignis.

Erhaben und mit gesundem Stolz tritt einem „thousAnds of comets Are fAlling down on eArth“ entgegen und erwartet den Hörer wie ein Freund am Flughafen. Gemeinsam steigt man in ein robustes Fahrzeug und unternimmt eine Fahrt in die Natur. In der Sonne glitzern die Eiszapfen, leise tropft Schmelzwasser von den Nadelbäumen. Je weiter man vordringt, desto steiniger wird der Untergrund, doch die Räder holpern in wundersamen Rhythmen, der Wind singt dazu seine Worte. Der Berg steigt immer mehr an und der Gipfel ist bald erreicht, dahinter lauert ein Abgrund. Jedes Geräusch wird zu einem Orkan, die Wärme des geschmolzenen Boden schlägt ins Gesicht. Doch alles ist gut, „being steindor Andersen“ begleitet uns wieder zurück in die Sicherheit.

Mit nur vier Liedern erreicht heklAa eine Meisterleistung. Der instrumentale und der Klassik angelehnte Post-Rock wird von einem variantenreichen Klavier getragen, Keyboards untermalen die Arrangements mit Bläserformen. Das verstärkt nicht nur die Emotionen extrem, es öffnet die Musik zu einer unbeschreiblichen Grösse. Wenn das Schlagzeug wie beim Anfang von „bAck to JokulsArlon“ agieren darf oder sich durch die Schichten wirbelt, wenn sich die Akkorde häufen, wenn sich im Hintergrund der Gesang einen Platz erkämpft, dann steht man ehrfürchtig vor „Songs In F“. Nicht nur nimmt sich der Künstler genau den Raum und die Zeit, die seine Musik braucht, er komponiert und spielt auf höchstem Niveau. Man spürt, wie die Songs einen mitziehen, wie die Harmonien perfekt aufgehen und wie alles scheinbar leichtfüssig an seinen richtigen Platz fällt.

Egal ob die Musik bedrohlich dröhnt oder versöhnlich tanzt, Sébastien Touraton hat mit den vier Stücken etwas erschaffen, das scheinbar unmöglich von einem Menschen erdenkt und gespielt werden kann. Das höchste Niveau wird erreicht und der Künstler muss sich auf keinen Fall vor grossen Meistern der modernen Klassik und des Post-Rock verstecken. Was mit „Pieces Of You“ bereits das Genie gestreift hat, blüht nun in „Songs In F“ auf und festigt die Position von heklAa.

Anspieltipps:
thousAnds of comets Are fAlling down on eArth, bAck to JokulsArlon

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