Baroness – Purple (2015)

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Baroness  – Purple
Label: Abraxan Hymns, 2015
Format: CD in Digipak
Links: Discogs, Band
Genre: Sludge Metal, Alternative, Prog-Rock

Manche Menschen müssen unglaublich viele Rückschläge einstecken und machen trotzdem weiter. Das Leben ist zu schön, um es wegzuwerfen, um aufzugeben. So erging es auch dem Frontmann John Baizley von Baroness, erlitt die Band doch 2012 einen schweren Unfall mit ihrem Bandbus, auf den eine schwierige Zeit der Genesung und Umstrukturierung – Musiker verliessen die Band, Baizley wird bis heute an seinen Verletzungen leiden. Da reibt man sich schon verwundert die Augen, wenn man „Purple“ auflegt. Das Album ist für die Gruppe nicht nur eine Rückkehr zur grossen Form, sondern ein Zeichen für die Lebensfreude und Kraft.

Als Baroness 2012 mit „Yellow & Green“ ihre Musik öffneten und den Sludge und ihre wilden Prog-Sprengsel mit ruhigeren Seiten neu aufbauten, wollte nicht alles super klappen. Irgendwie war der alternative Rock zu zahm aufgezogen, die Scheibe blieb hinter ihren Vorgängern zurück. „Purple“ weiss den Farbkasten nun aber vielfältig zu halten und die einzelnen Töpfe gelungen zu kombinieren. Gleich von Beginn an drescht die Band wild los, um ausgeklügelt die Lieder in unabsehbare Richtungen gleiten zu lassen. Die Stücke haben ein grosses Momentum, Riffs und Drumpattern reissen den Hörer mit und lassen ihn auch bei abenteuerlichen Takt- und Rhythmuswechsel nicht aus der Bahn fallen. Im Hintergrund brodelt dazu seine geschickte Elektronik, die leichtfüssig um die Musiker herum tanzt. So wirken wie Lieder nie erdrückend, auch wenn Baroness sich textlich an schwierige Zeiten wagen. Songs wie „Kerosene“ wirken dabei nie plakativ, sondern ergänzen sich mit instrumental gehaltenen Passagen – ein lockeres Licht stellt dabei „Fugue“ dar.

Die Band hat es somit geschafft, schwere Kost und eingängige Songbauerei ineinander zu verstricken, ohne Fehler zu machen. „Purple“ ist nicht nur eine der besten Scheiben von Baroness, sondern auch ein spätes Highlight des Jahres 2015. Die neuen Musiker fügen sich perfekt ein, Sludge, Prog, Rock und Alternative sind homogen vermengt. Grossartig erdacht und makellos ausgeführt, so geht harte Musik!

Anspieltipps:
Shock Me, Kerosene, If I Have To Wake Up (Would You Stop The Rain?)

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