Media Monday #238

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Liebe Leute von heute, hier die medialen Geschehnisse von Gestern. Medienjournal sei dank, funktioniert die Reise durch die Zeit eben doch.

1. Der wohl ungewöhnlichste Film der letzten Jahre war „Holy Motors“. Nicht nur verzichtet der Film auf eine klare Struktur oder Geschichte, er verwirrt die Zuschauer auch mit verrückten Figuren, Szenenbildern und Schauspieler in ungewöhnlichen Rollen. Sehr zu empfehlen für alle, die Kino nebem der Massenunterhaltung mögen.

2. Filmpreise im Allgemeinen und der Oscar im Besonderen sind zwar immer wieder interessant nachzulesen, geben schlussendlich aber wenig Indikator für die Qualität oder die Leistungen der Menschen dahinter. Gerade der Oskar ist meist durchschaubar und die Gewinner gleichen sich in den Aussagen und Formen. Schade eigentlich, aber Kunst einen Preis aufzudrücken und miteinander zu vergleichen ist sowieso Schwachsinn.

3. Kirsten Dunst hätte ja jeden Preis der Welt verdient, schließlich zeigt sie nach mehreren Glanzrollen auch in der zweiten Staffel von „Fargo“ eine umwerfende Leistung. An dieser Serie stimmt sowieso alles, Dunst blüht aber so richtig auf. Freut mich für sie, ich mochte sie schon immer.

4. Das letzte Mal richtig laut lachen musste ich bei „The Pineapple Express“. Eigentlich ist der Film dazu ausgelegt, nach einem grossen Joint zusammen mit Freunden über all die doofen Szene und Sprüche zu klatschen. Doch auch nüchtern funktioniert der Film überraschend gut, besonders dank dem Charisma zwischen James Franco und Seth Rogen. Und Amber Heard als blondes Doofchen und Love-Interest ist wunderbar.

5. „Joy“ hatte für mich schnell seinen Reiz verloren, denn obwohl Jennifer Lawrence wieder einmal grossartig spielt und der Film handwerklich top ist, verliert er mit der Laufzeit immer mehr an Kohärenz und am Schluss fragt man sich: Was soll ich nun davon mitnehmen? Ein Film über starke und selbstbewusste Frauen mit Geschäftssinn ist ja eine gute Sache, doch hier werden eher alte Klischees aufgewärmt. Schön ist, dass der Film vor allen in der ersten Hälfte den Druck und Stress den auf Joy lastet extrem spürbar macht.

6. Als RegisseurIn beeindrucken mich momentan unter anderem Danny Boyle (der mit jedem Film seine Wandelbarkeit auf ein neues Mal beweist), Alejandro Gonzalez Iñarritu (der mit unglaublichen Bilder arbeitet und ungewöhnliche Themen nicht scheut) und Sarah Polley (die mit „Stories We Tell“ für mich die Dokumentation neu erfunden hat).

7. Zuletzt habe ich endlich die erste Staffel von „Gotham“ begonnen und das war wie eine Zeitreise um etwa 10-20 Jahre in die Vergangenheit, weil die Macher der Serie hier die alten Sehgewohnheiten aufleben lassen. Die Szenenbilder und Ausstattung sind übertrieben und alles wirkt sehr farbig, die Charaktere total überzeichnet und die Serie hetzt teilweise von Schauplatz zu Schauplatz. Vergessen ist die Langsamkeit von Serien bei Netflix, zurück sind die 90er. Wunderbar verrückt spielt man in Gotham ja mit den Schauplätzen und den Requisiten. Nicht nur kanalisieren die Macher die Atmosphäre der alten Burton-Filme über den Fledermausmann, sie haben auch eine zeitlose Mischung aus mehreren Jahrzehnten geschaffen.

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9 Kommentare

  1. Jaa! Kirsten Dunst nicht auszuzeichnen und dafür dann Lady Gaga den Golden Globe zu geben, ist meiner Meinung nach der größte Fehler der letzten Jahre. Die Frau macht einfach alles richtig in der Serie.

  2. Ich mag die Kirsten auch total gerne…und habe die zweite Staffel immer noch nicht zuende geschaut.

    Für mich hat „Pineapple Express“ leider überhaupt nicht funktioniert. Bis auf eine Szene, die ich sehr sehr lustig fand.

    Ich kann verstehen, dass man enttäuscht sein wird, wenn man von „Joy“ sowas wie „Silver Linings“ etc. erwartet. Ich weiß nicht, ich kenne keinen Film, der so gut dieses Gefühl vermittelt, dass Familienmitglied zu sein, was die Leben der anderen managen muss, aber gleichzeitig zum schwarzen Schaf gemacht wird. Das hatte mich halt emotional sehr eingenommen.

    1. Ich hatte von „Joy“ eigentlich nichts erwartet, schon gar keinen Vergleich zu „SLP“. Gerade auch, weil ich bereits „American Hustle“ schwach fand. Und dieselben Probleme hatte nun auch dieser Streifen. Er zieht sich irgendwie hin, weiss nicht so genau was sagen und ist nicht schlüssig in der Ausführung. Schade, gerade weil er mich eigentlich emotional auch packen konnte.

  3. Hier unterschreibe ich eigentlich alles. HOLY MOTORS ist der Wahnsinn, PINEAPPLE EXPRESS immer wieder ein Spaß, Kirsten ist toll und so weiter. Viel Einigkeit!

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