Blogparade: 10 x Ich – Filme aus meinem Geburtsjahr

Die unschuldige Franzi hat mich zwar nicht nominiert, aber was für ein schlechtes Gewissen müsste ich mit mir rumtragen, wenn ich diese Blogparade nicht mitmachen würde. Grundsätzlich ist die Idee simpel, man sucht sich in seinem Geburtsjahr 10 Filme heraus, die einem heute noch gelungene Erinnerungen bereiten und zu denen man eine gewisse Beziehung aufbauen konnte. So hab ich mich an die Listen des Jahres 1987 gemacht und dabei zwei Dinge festgestellt:
1. Kenne ich sehr wenige Filme aus diesem Jahr.
2. Meist sind es genau die Klassiker und wichtigsten Streifen, die ich mir bis heute nie angeschaut habe.
Somit besteht diese Liste vielleicht nicht aus den besten, aber halt doch meinen Filmen aus 1987. Ohne wertende Reihenfolge.


bad-taste-movie-poster-1987-1020260185

Bad Taste
Regie: Peter Jackson
Dieses blutige Trash-Fest habe ich sehr spät entdeckt, viele meiner Freunde waren da um Jahre schneller. Aber wie man es halt unregelmässig so macht, man veranstaltet Filmabende mit viel Gedärmen und Schnetzeleien auf der Leinwand – so kam ich schon mehrmals in den Genuss dieses Frühwerkes von Peter Jackson. Bis heute ist „Bad Taste“ ein B-Movie und wunderbar witziges Vergnügen, überzeugt mit seiner liebevollen, aber mittellosen Ausstattung. Ich schaue mir lieber 100 Mal die Kotzszene an als noch einmal einen schnarchigen Hobbit über mich ergehen lassen zu müssen. Herr Jackson, bitte wieder zurück zu dieser Güte.

beverlyhillscop2

Beverly Hills Cop II
Regie: Tony Scott
Wenn es in den 80er etwas gab, dann war es diese völlig überzeichnete Action in Kombination mit grellem Humor. Ob dies nun unfreiwillig geschah (siehe Predator) oder mit dem Holzhammer forciert wurde, gewisse Resultate funktionieren bis heute wunderbar. Sicherlich ist das Original „Beverly Hills Cop“ etwas feinfühliger, in der direkten Forsetzung gibt es dafür MEHR! Ballereien, Verfolgungsjadgen, Action, Sprüche und doch Herz. Den Film lernte ich mit der quasseligen Synchro kennen, und ich liebte Eddie Murphy. Der Soundtrack ist bis heute fetzig.

dirtydancing

Dirty Dancing
Regie: Emile Ardonilo
Igitt ein Mädchenfilm, den schau ich mir bestimmt nicht an, die tanzen ja nur schnulzig rum. Bis ich 26 Jahre alte wurde, blieb mir dieser Feel-Good-Movie verwehrt. Sicherlich ist alles total überzeichnet, kitschig und filmmässig konstruiert – doch „Dirty Dancing“ macht Laune und weckt in mir dieses Gefühl von Unbeschwertheit und Jugend. Wie gerne wäre ich doch auch mal in einem solchen Summer-Camp gewesen und hätte Freunde, Liebe und Abenteuer gefunden. Und dann noch diese Songs, passt.

full metal jacket

Full Metal Jacket
Regie: Stanley Kubrick
Mit Kubrick stelle ich mich immer etwas schwierig an, verlangen seine Filme doch viele Überlegungen und eine grosse Konzentration. „Full Metal Jacket“ musste somit auch lange warten bis ich mich heran gewagt habe – umso begeisterter war ich aber bei der Sichtung. Die ernste und tief gehende Betrachtung der menschlichen Psyche in Kriegssituationen, die Reduktion von Mensch und Emotion zu einem Gegenstand und das Brechen jeglichen Willens ist brutal, eindringlich und genial. Für mich wohl der beste Film zu diesen Thema.

the-living-daylights-1-1024x768

James Bond – The Living Daylights
Regie: John Glen
Die Bond-Filme mit Timothy Dalton waren nicht die ersten die ich sah, meistens wurden im TV die Episoden mit Connery oder Moore wiederholt. Doch als ich „The Living Daylights“ erlebte wusste ich, Bond darf auch rau, brutal und ernst sein. Dalton funktioniert perfekt in der Rolle, die Geschichte nahm sich die Realität wieder näher an den Kosmos heran. Bis heute macht der Film viel Spass, überzeugt mit seinen Sets, Stunts und den Schauspielern. Es wird langsam wieder mal Zeit, die James Bond Reihe durchzuschauen.

near dark poster

Near Dark
Regie: Kathryn Bigelow
Jaja, der „härteste Film der je von einer Frau gedreht wurde“ in einem hübschen Digipak – als DVD-Liebhaber musste ich da zuschlagen. Doch irgendwie wollte der Film bei mir nicht funktionieren. Sicherlich, hier sind die Vampire noch schön böse und gewalttätig, aber ich komme mit der Erzählweise des Filmes nicht klar. Mehrmals habe ich es versucht, doch meine Betrachtungsweise passt wohl nicht zu Bigelows Vision. Trotzdem, der Film reizt mich alle Jahre wieder.

Predator_poster

Predator
Regie: John McTiernan
Wenn man Arnold Schwarzenegger schon in den Dschungel schickt, dann auch total aufgepumpt und mit viele Knarren. Selten gab es wohl einen Film, der so viel Testosteron zu versprühen versucht, dabei aber komplett in der ungewollten Komik und dem Hauch von Homoerotik versinkt. Sicherlich, „Phantom Commando“ ist betreffend sexueller Anreize zwischen Männer noch viel heftiger, doch auch hier hat das Muskelspiel wunderbare Bilder zu bieten. Alles wird aber von den grossartigen Oneliner übertroffen, dieser Film feiert sich selber in jeder Sekunde ab. Egal ob als Junge oder Mann, hier grinst man über alle Backen – nüchtern wirds aber schwieriger.

robocop poster

RoboCop
Regie: Paul Verhoeven
Herr Verhoeven hat in seiner Karriere einige tolle Filme auf uns losgelassen, RoboCop sah ich als Kind mehrmals nur als Vorschau. Doch dieser Roboterpolizist hatte mich fasziniert, ebenso diese krass aussehende Action und die Schiessereien. Als ich den Film dann mal sah empfand ich ihn als unerwartet zahm von den Bildern her, dafür umso interessanter mit den Botschaften und der Satire. Aber so geil wie ich immer gehofft habe war das Vergnügen dann nicht. Obwohl, die Fortsetzungen sind das wahre Grauen.

the-secret-of-my-success.16851

The Secret of My Succe$s
Regie: Herbert Ross
Was haben meine Schwester und ich immer gelacht bei diesem Film, der Inhalt war uns eigentlich ziemlich egal. Hauptsache der sehr charismatische Michael J. Fox gerät von einer komischen Situation in die nächste. Die Bodybuilder-Pose im Lift, die Betrachtung eines Kunstwerkes („Sieht ja toll aus!“) oder die Eskapaden im Poolhaus, herrlich. Alleine in den Erinnerungen zu schwelgen, macht Lust den Film erneut anzuschauen.

spaceballs

Spaceballs
Regie: Mel Brooks
Tja, was soll ich hierzu noch gross schreiben? Ich liebte als Junge Star Wars über alles, da konnte ich mir diese Parodie nicht entgehen lassen. Für immer sind Sätze wie „Durchkämmt die Wüste!“ oder „Möge der Saft mit dir sein.“ im Gehirn eingebrannt und gehören praktisch zum normalen Sprachgebrauch. Mel Brooks hat mit diesem Film alles richtig gemacht und genügend Feingefühl offenbart, um auch Fanatiker (wie ich es damals war) nicht zu verletzen.


-Bonus-

surf_nazis_must_die_movie_poster

Surf Nazis Must Die
Regie: Peter George
Wie wäre diese Liste komplett, ohne den allerschlechtesten Film aufzulisten, den ich in meinem bisherigen Leben gesehen habe? „Surf Nazis Must Die“ ist ein Z-Movie, ein Berg Abfall in Filmform und einfach nur scheisse. Die Geschichte ist komplett wirr und eigentlich nicht vorhanden, die willkürlich aneinander gereihten Szenen machen auch mit der Inhaltsangabe wenig Sinn. Die Kampfszenen sind zum lachen, die Schauspieler schlechter als ich – es ist einfach alles nur mühsam und zäh. Da helfen weder Drogen noch ein Wohnzimmer voll Kumpels, dies hier ist Trash pur. Aber leider nicht von der unterhaltsamen Sorte.


Nominationen verteile ich keine, aber es sind antürlich alle eingeladen dieser Parade zu folgen. Auch wenn sie aus dem Jahre 2015 stammt.

Advertisements

8 Kommentare

  1. Habe ich ja fast alles gesehen 🙂
    Bad Taste… hab mich damals köstlich amüsiert. gibt es da nicht auch eine Art zweiten Teil von? Der heißt aber irgendwie anders…

  2. Unschuldig. Interessant.
    Und da du in den Klammern stehst, habe ich dich im Prinzip nominiert. *lach*

    Ich habe „Bad Taste“ gesehen nachdem ich Verehrer von „Braindead“ wurde, weswegen ich richtig enttäuscht von dem war. Werde einfach nicht warm mit „Bad Taste“.

    Ich mochte Eddie Murphy noch nie. Muss ich mal gegenarbeiten und ihn bei SNL anschauen.

    Ich habe mir ja mal den Audiokommentar der Drehbuchautorin gegeben und ich kann dir sagen, dass „Dirty Dancing“ näher an der Realität ist, als du vermutest. Dadurch, dass mein Dad der Liebesfilmgucker in der Familie ist, habe ich nie verstanden, warum das ein „Frauenfilm“ ist. Oder was eigentlich diese unsägliche Kategorie soll. Jedenfalls liebe ich den Film. Die Musik ist großartig, die Leute können ihre Körper toll bewegen und es werden doch einige interessante Themen reingepackt (Schwangerschaft, Vorurteile etc.).

    Hast du alle Kubricks gesehen? Ich noch nicht, aber der einzige, mit dem ich bisher absolut nichts anfangen konnte war „Eyes Wide Shut“.

    Bond hatte ich angefangen chronologisch zu gucken, aber lange nicht mehr weitergemacht. Ich checke die ja alle irgendwie nicht. *lach*

    Mit dem Poster zu „Near Dark“ hast du mich jetzt ja mega gecatcht. Der wird morgen geschaut. Oh ja.

    Von „Predator“ habe ich bisher nur Fetzten im Fernsehen mal gesehen. Und „Robocop“ habe ich auch nie in Ganzen gesehen. Määääänsch…

    Ich habe „Spaceballs“ in meiner Kindheit auch so oft geguckt! Durchkämmt die Wüste!

    Danke für die Inspiration und deine Teilnahme an sich!

    1. Ja das war ganz fuchsig von dir. 😉
      „Briandead“ hab ich lustigerweise noch gar nie gesehen. Muss aber mal.
      Nein die Kubricks habe ich noch nicht alle gesehen, es fehlen noch der seltsame Arzt, Tom Cruise und der Sex, kerzenbeleuchtete Räume und vernaschte Mädchen.
      „Predator“ und „Robocop“ könnten dir bestimmt gefallen, da kann man herrlich über gewissen Dinge lachen. 😉
      Gerne doch, immer wieder.

  3. Ui, ich kenn davon nur Spaceballs, aber den finde ich dafür großartig 😀 Die anderen sind ja auch ganz schöne Klassiker!

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s